
In einem aufsehenerregenden Prozess wurde ein 25-jähriger Tunesier für den grausamen Terroranschlag in der Basilika Notre-Dame von Nizza verurteilt. Am 29. Oktober 2020 stürmte der Angreifer mit einem Messer in die katholische Kirche und tötete dabei den Mesner sowie zwei Frauen, während er sieben weitere Menschen schwer verletzte. Nach viereinhalb Jahren wurde ihm nun die lebenslange Haftstrafe ohne Möglichkeit auf Bewährung auferlegt, wie Kathpress berichtete. Der vorsitzende Richter beschrieb die Tat als „unerträgliche Grausamkeit“ und stellte klar, dass solche Verbrechen mit der höchsten Strafe geahndet werden müssen.
Anfangs hatte der Angeklagte angegeben, an nichts erinnern zu können, legte jedoch während des Verfahrens ein Geständnis ab. Er verband seine Tat mit dem Leiden, das seiner Meinung nach Muslimen von den westlichen Ländern zugefügt wird. Diese Aussage und sein Bezug auf den islamistischen Terror deuten auf ein gefährliches Gedankengebäude hin. Der Prozess deckte auch auf, dass der Täter kurz vor dem Anschlag über Italien nach Frankreich eingereist war und Fotos mit Verweisen zur Terrormiliz Islamischer Staat auf seinen Mobiltelefonen gefunden wurden. So wurde die Tat als Teil der fortlaufenden Terrorbedrohung in Frankreich angesehen, die durch einen Aufruf von Al-Kaida, Franzosen in Kirchen anzugreifen, unmittelbar motiviert wurde, wie die Stuttgarter Zeitung berichtete.
Hintergrund und Bedeutung des Urteils
Das Gerichtsurteil fiel nach einem dreiwöchigen Verfahren, in dem auch die Französische Bischofskonferenz und die Diözese Nizza als Nebenkläger auftraten, um ihre Solidarität mit den Opfern und deren Angehörigen zu betonen. Der Fall ist nicht nur eine rechtliche Angelegenheit, sondern wirft auch große Fragen über den Umgang mit islamistischem Terror in Europa auf, insbesondere in Frankeich, wo solche Vorfälle leider immer wieder stattfinden.
Ort des Geschehens
Details zur Meldung