
Der Iran erwägt nun indirekte Atomverhandlungen mit den USA, möglicherweise vermittelt durch den Oman. Laut dem iranischen Chefdiplomaten Abbas Araqchi sei dies in einem neutralen Land denkbar und man hoffe auf eine konstruktive Zusammenarbeit mit den verbleibenden Partnern des Wiener Atomabkommens, zu denen China, Deutschland, Frankreich, Großbritannien und Russland gehören. Die US-Regierung müsse verstehen, dass Verhandlungen nur auf Augenhöhe und nicht unter Druck möglich seien, betonte Araqchi. Diese Situation entsteht vor dem Hintergrund der schweren Finanzkrise im Iran, die durch westliche Sanktionen verschärft wurde, und den unklaren Äußerungen des ehemaligen US-Präsidenten Donald Trump. Er hatte einen Brief an den iranischen Führer Ajatollah Ali Khamenei geschickt und Gespräche über Atomangelegenheiten angedeutet, während Khamenei solche Verhandlungen als „nutzlos“ abgelehnt hat, wie die Kleine Zeitung berichtete.
Trump und die wachsenden Spannungen
Donald Trump fordert jedoch weiterhin „maximalen Druck“ auf den Iran und kündigt gleichzeitig härtere Sanktionen an, um die iranischen Öl-Exporte, die essentielle Einnahmequelle des Landes, drastisch zu senken. Er erklärte auf seiner Social Media Plattform, dass der Iran ein großartiges Land werden solle, jedoch ohne Kernwaffen. Die iranische Führung reagierte auf diese Drohungen mit scharfen Worten. Präsident Massud Peseschkian stellte klar, dass die Forderungen der USA inakzeptabel seien und warf Trump vor, den Iran knechten zu wollen. Diese Spannungen mündeten in staatlich organisierten Feiern zur Islamischen Revolution, bei denen Plakate mit Trumps Konterfei verbrannt wurden und auch der „Tod den USA“ skandiert wurde. Wie das ZDF berichtete, ist der wirtschaftliche Druck auf den Iran wieder größer geworden, während viele Menschen sich fragen, ob ein Dialog möglich ist, wenn zugleich mit Drohungen operiert wird.
Der ehemalige iranische Abgeordnete Mostafa Mirsalim fordert im Kontext der neuen Situation mehr Vertrauen und Zugeständnisse vonseiten der USA. Ein Journalist brachte zum Ausdruck, dass es bei den gegenwärtigen Bedingungen unwahrscheinlich sei, direkte Gespräche zu führen, doch Verhandlungen durch Vermittler, wie den Oman, nicht ausgeschlossen sind. Die iranische Bevölkerung ist bezüglich der Verhandlungen gespalten, was sich in den Meinungen der Menschen während der jüngsten Feierlichkeiten zeigte, sodass die Hoffnung auf eine Deeskalation weiterhin besteht, aber die Zweifel an der Ernsthaftigkeit der USA bleiben.
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