Die geopolitische Situation um Grönland spitzt sich zu, da die Dänen eine verstärkte militärische Präsenz in der Region ankündigen. Dies geschieht in einem Kontext, in dem US-Präsident Donald Trump weiterhin auf eine mögliche Übernahme Grönlands drängt, was zu Spannungen zwischen den USA, Dänemark und der grönländischen Regierung führt. Laut oe24.at äußerte Verteidigungsminister Troels Lund Poulsen, dass die NATO-Präsenz in der Arktis verstärkt werden müsse, um den Herausforderungen durch Russland und China besser begegnen zu können.
Trump argumentiert, dass Grönland für die nationale Sicherheit der USA und die Entwicklung eines neuen Raketenabwehrsystems, bekannt als Golden Dome, von entscheidender Bedeutung ist. Er warnt, dass Russland oder China Grönland übernehmen könnten, wenn die USA nicht handeln. In diesem Zusammenhang berät die deutsche Regierung ebenfalls über eine stärkere NATO-Präsenz in der Region, um der zunehmenden aggressive Aktivität beider Mächte entgegenzuwirken.
Konflikt um Grönland
Parallel zu diesen Entwicklungen finden Gespräche zwischen dänischen und grönländischen Diplomaten und Vertretern der US-Regierung statt. Der dänische Außenminister Lars Løkke Rasmussen und die grönländische Ministerin Vivian Motzfeldt trafen sich in Washington, um klarzustellen, dass Grönland nicht zum Verkauf steht. Dieses Treffen war ursprünglich nur mit dem Außenminister Marco Rubio geplant, jedoch nahm auch Vizepräsident JD Vance daran teil, der als weniger diplomatisch gilt. Die Warnungen der dänischen und grönländischen Vertreter unterstreichen die Ablehnung der US-Übernahmepläne, die unter Experten als potenzielles Desaster gewertet wird.
US-Regierungssprecherin Leavitt betont, dass der Kauf Grönlands im besten Interesse sowohl der USA als auch Grönlands sei. Gleichzeitig befürchten Analysten, dass eine gewaltsame Annexion durch die USA die Glaubwürdigkeit der NATO gefährden könnte, insbesondere im Kontext des russischen Angriffs auf die Ukraine. Der Konflikt wird zudem durch die wachsende Präsenz russischer und chinesischer Schiffe in der Arktis weiter angeheizt, was den Druck auf die NATO erhöht.
Reaktionen auf Trumps Pläne
Die geopolitischen Spannungen sind nicht nur auf die USA und Dänemark beschränkt. Französische Regierungsvertreter äußern sich ebenfalls kritisch gegenüber den US-Ansprüchen: Außenminister Jean-Noël Barrot hat angekündigt, dass Frankreich am 6. Februar ein Konsulat in Grönland eröffnen wird. Dies wird als symbolischer Schritt gewertet, um die französischen Interessen in der Region zu stärken. EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen brachte es auf den Punkt: „Grönland gehört seinem Volk, und nur Dänemark und Grönland sollten über dessen Schicksal entscheiden.“
Ein weiteres Treffen ist bereits zwischen US-Senatoren und dem dänischen Parlament angesetzt, um die Pläne und deren mögliche Folgen zu erörtern. Senatorinnen Lisa Murkowski und Jeanne Shaheen haben zudem vor den weitreichenden Konsequenzen einer US-Übernahme Grönlands für die NATO gewarnt.
Die USA betreiben bereits die Pituffik Space Base auf Grönland, und die Idee einer intensiveren militärischen Präsenz in der Arktis wird unter anderem durch einen neuen Überwachungseinsatz namens „Arctic Sentry“ diskutiert. Dieser erfordert jedoch die Zustimmung aller NATO-Mitgliedstaaten, was die Erfolgsaussichten der Initiative in Frage stellt. Dänen haben grundsätzlich nichts gegen eine US-Militärpräsenz auf Grönland, solange klar ist, dass diese nicht auf eine Übernahme hinausläuft.