Ein kürzlich abgehaltener „Grönland-Gipfel“ zwischen den USA, Dänemark und Grönland endete ohne signifikante Fortschritte. Der Gipfel in Washington, der 50 Minuten dauerte, war geprägt von Spannungen und der Feststellung, dass man sich darauf geeinigt hatte, uneinig zu bleiben, wie Dänemarks Außenminister Lars Løkke Rasmussen zusammenfasste. Trotz der kurzen Verhandlungen bleibt das Ziel von US-Präsident Donald Trump unverändert: der Erwerb Grönlands, das er als strategisch wichtigen Militär- und Rohstoffstandort betrachtet, ist nach wie vor ein zentrales Anliegen.
Trump hat Berichten zufolge ein Kaufangebot für Grönland in Höhe von bis zu 700 Milliarden Dollar in Erwägung gezogen. Dies zeigt den ausgeprägt interessierten Blick der US-Regierung auf die nördliche Insel, die aufgrund des Klimawandels an Bedeutung gewinnt. Die USA benötigen Grönland aus Gründen der nationalen Sicherheit, argumentiert Trump, und sieht ein Risiko, dass Grönland andernfalls in die Hände Russlands oder Chinas fallen könnte. Dennoch lehnen sowohl Dänemark als auch Grönland den Deal entschieden ab, und es gibt in den USA eine breite Ablehnung gegen Trumps Pläne, wie oe24 berichtet.
Widersprüche in der US-Politik
US-Vizepräsident JD Vance und Außenminister Marco Rubio führten die Gespräche mit den dänischen sowie grönländischen Vertretern, darunter auch die grönländische Ministerin Vivian Motzfeldt. Die US-Regierung hat betont, dass sie militärische Optionen nicht ausschließt, was ernsthafte Konsequenzen für die NATO und die transatlantischen Beziehungen zur Folge haben könnte. Rasmussen ist sich über Trumps Vorhaben bewusst, Grönland zu erobern, sieht jedoch auch die Möglichkeit, dass US-Sicherheitsinteressen und die territoriale Integrität Dänemarks vereinbar sein könnten. Diese unterschiedlichen Perspektiven führen zu einer komplizierten Gesprächssituation, in der konkrete Fortschritte ausbleiben.
Der Druck auf Kopenhagen seitens der US-Regierung zur Kontrolle über Grönland nimmt zu. Trump äußerte, dass die NATO-Integration Grönlands nicht ausreiche, um es vor möglichen Bedrohungen zu schützen. Diese Äußerungen haben Besorgnis ausgelöst, da der NATO-Generalsekretär Mark Rutte erklärte, dass sich das Bündnis nicht im Krisenmodus befinde, dennoch wurde bekräftigt, dass Dänemark und die USA an einer Stärkung der Sicherheit in der Arktis arbeiten.
Internationale Reaktionen und Ängste
Inmitten dieser Spannungen warnte Margrethe Vestager live bei Euronews, dass ein NATO-Land ein anderes angreifen könnte, um Territorium zu erwerben. Diese alarmierenden Worte spiegeln die Sorgen wider, die auch von der dänischen Premierministerin Mette Frederiksen und dem EU-Verteidigungskommissar Andrius Kubilius geäußert wurden. Dänemark hat ein langfristiges Engagement für die NATO und die globale Sicherheit betont. Gleichzeitig wird eine Überparteilichkeit der Amerikaner signifikant, da US-Senatorinnen Gesetzentwürfe vorlegen, die eine Annexion Grönlands ohne Dänemark verbieten könnten.
Grönland war nie vollwertiges Mitglied der EU, war aber Teil der Europäischen Gemeinschaft. Der Konflikt um Grönland stellt eine Herausforderung für die Beziehungen zwischen den USA und ihren NATO-Partnern dar. Frankreich hat bereits angekündigt, seine diplomatische Vertretung auf der Insel zu eröffnen, um die Beziehungen gegenüber der US-Politik zu stärken. Unterdessen zeigt eine Umfrage, dass die Mehrheit der Grönländer nicht zu den USA gehören möchte, was die Wiederholungen von Trumps Annexionsideen noch einmal verstärkt.
Insgesamt bleibt die Situation um Grönland angespannt, und die Meinungen über Trumps Vorhaben könnten weitreichende Folgen für die Zukunft der NATO und für die transatlantischen Beziehungen haben. Der Konflikt verdeutlicht die geopolitischen Herausforderungen, die sich aus Klimawandel und globalen Sicherheitsfragen ergeben.