Alarmierender Bericht: Illegaler Handel mit Asiatischen Großkatzen boomt!
Ein aktueller WWF-Bericht warnt vor dem illegalen Handel mit asiatischen Großkatzen, der zunehmend ins Internet verlagert wird.

Alarmierender Bericht: Illegaler Handel mit Asiatischen Großkatzen boomt!
Der illegale Handel mit asiatischen Großkatzen, wie Tigern, Leoparden und Schneeleoparden, ist ein globales Problem, das seit mehr als 25 Jahren anhält und sich zunehmend ins Internet verlagert. Dies belegt der internationale Bericht „The Trade in Asian Big Cats (2000–2024)“, der in Zusammenarbeit mit dem WWF erstellt wurde. Der WWF fordert eine stärkere internationale Zusammenarbeit im Kampf gegen den illegalen Wildtierhandel, um die systematische Ausbeutung dieser Arten zu stoppen. Georg Scattolin, Artenschutzexperte des WWF Österreich, hebt die organisierte und profitable Natur dieses Handels hervor und warnt vor den verheerenden Folgen, die unzureichende Maßnahmen haben könnten.
Der Bericht dokumentiert eine alarmierende Zahl von 3.564 Fällen von Schmuggel, Verkauf und Zucht geschützter Großkatzen aus über 33 Ländern. Besonders besorgniserregend ist die Zunahme der Haltung lebender Jungtiere als exotische Haustiere. Der illegale Handel ist eng verknüpft mit anderen Formen organisierter Kriminalität, darunter Geldwäsche und Korruption. In diesem Kontext wurde auch festgestellt, dass Europa und Österreich dringende Maßnahmen gegen den Wildtierhandel ergreifen müssen, denn im EU-Binnenmarkt werden Produkte mit Teilen geschützter Tiere angeboten, einschließlich Präparate aus Großkatzen.
Internationale Herausforderungen und Maßnahmen
Auf der bevorstehenden CITES COP20 in Usbekistan sollen die Vertragsstaaten aktivere Ermittlungen gegen den illegalen Handel mit asiatischen Großkatzen aufnehmen. Zudem wird eine grenzüberschreitende Überwachung des Artenbestands gefordert, die Modelle wie bei den Nashörnern übernehmen könnte. Der WWF hebt hervor, wie wichtig es ist, den Online-Handel strenger zu kontrollieren und den Datenaustausch zwischen den Behörden zu verbessern.
Die Situation wird durch die Tatsache verstärkt, dass viele Zollbeamte in Europa nicht über die notwendigen Ressourcen und Fachkenntnisse verfügen, um den Wildtierhandel effektiv zu kontrollieren. Der illegale Artenhandel gilt nicht nur als ökologisches, sondern auch als globales Sicherheitsproblem, das häufig mit gewaltsamen Konflikten verbunden ist.
Globale Aktionen gegen den Wildtierhandel
Um dem Wildtierhandel entgegenzutreten, fanden im vergangenen Jahr bis zu 20.000 sichergestellte Wildtiere, darunter Tiger, Schildkröten und seltene Singvögel, ihren Weg in die Berichte internationaler Behörden. Diese Maßnahmen sind Teil der „Operation Thunder“, einer der größten Aktionen gegen die internationale Tierschmuggel-Mafia, die unter der Leitung von Interpol und Weltzollorganisationen stattfand. Dabei wurden hunderte Container und Transportmittel durchsucht. Sechs grenzüberschreitende Schmuggelnetzwerke konnten aufgedeckt und 365 Verdächtige verhaftet werden.
Die Experten betonen die Notwendigkeit besserer technischer Ausrüstung und mehr Ermittlungskapazitäten zur Bekämpfung des Tierschmuggels. Tierschmuggler nutzen zunehmend innovative Methoden, um den Behörden zu entkommen, einschließlich des Schmuggels von Eiern anstelle ausgewachsener Tiere. Diese Entwicklungen, kombiniert mit der Nutzung von Online-Marktplätzen und sozialen Medien, machen den illegalen Handel komplexer denn je.
Der WWF hat zudem einen Souvenirratgeber für Reisende entwickelt, um beim Kauf von Urlaubsmitbringseln eine Orientierung zu bieten. Es bleibt abzuwarten, ob die internationalen Maßnahmen zur Bekämpfung des illegalen Handels ausreichen werden, um die verwundbaren Arten zu schützen und die bestehenden Märkte einzuschränken. Die Notwendigkeit zu handeln ist dringlich, um die Zukunft der asiatischen Großkatzen zu sichern.
Für weitere Informationen lesen Sie den Bericht des WWF sowie die Analyse von ZDF.