Zeitkapsel im Gartenpalais: Discokugel und Regenbogenfahne entdeckt!
Der Umbau des Gartenpalais Schönborn in Wien schreitet voran, während eine Zeitkapsel mit kulturellen Objekten versiegelt wird.

Zeitkapsel im Gartenpalais: Discokugel und Regenbogenfahne entdeckt!
Der Umbau des historischen Gartenpalais Schönborn in der Josefstadt, der seit mehreren Monaten in vollem Gange ist, nimmt immer konkretere Formen an. Das Volkskundemuseum nutzt dabei vorübergehend Pavillon 1 am Otto-Wagner-Areal als Ausweichquartier. Ziel der Neugestaltung, die vom Büro Silberpfeil-Architekten geleitet wird, ist es, eine erhöhte Durchlässigkeit und Barrierefreiheit zu schaffen.
Im Rahmen des Umbaus werden die Büros ins Erdgeschoss verlegt, wodurch zusätzliche Ausstellungsflächen im Obergeschoss zur Verfügung stehen. Darüber hinaus sind Erweiterungen der Foyers und Gastronomiebereiche geplant. BIG-Geschäftsführer Beck hebt hervor, wie wichtig die pünktliche Fertigstellung des Projektes für die geplanten EU-Förderungen ist. Von den 25 Millionen Euro Sanierungsfinanzierung stammen 25 Millionen Euro aus dem EU-Aufbau- und Resilienzfonds, während der Bund weitere 2,5 Millionen Euro bereitstellt.
Neugestaltung und Zeitkapsel
Die gröbsten Rohbauarbeiten sind mittlerweile abgeschlossen, und der Innenausbau sowie die Haustechnik sind in vollem Gange. Ein besonders interessanter Aspekt des Projekts ist die Einbringung einer Zeitkapsel in einem Mauerabschnitt zur Laudongasse. Diese Kapsel enthält unter anderem eine Urkunde, eine Regenbogenfahne, Sojabohnensamen und sogar eine Discokugel. Museumsdirektor Matthias Beitl erklärt, dass die Auswahl der Objekte die Vielfalt und die Werte der heutigen Gesellschaft symbolisieren soll.
Oliver Schreiber vom Kulturministerium bezeichnet die Versiegelung der Zeitkapsel als „historischen Moment“. Beck spricht von einem „Meilenstein“ und verspricht, dass ein schönes Haus für Beitl und die Gemeinschaft entstehen wird. Bei der Versiegelung der Kapsel dankt Beitl zudem den Arbeitern auf der Baustelle und betont, dass das neue Haus allen zugutekommen wird.
EU-Förderung und kulturelle Zukunft
In einem weiteren Kontext weist Culture Action Europe (CAE) auf bevorstehende Veränderungen im Programm „Kreatives Europa“ hin. Die Europäische Kommission arbeitet aktuell an einem Vorschlag für den langfristigen EU-Haushalt 2028–2034, in dem auch die Kulturförderung eine wichtige Rolle spielt. CAE hat hierzu einen Positionspapierentwurf erstellt, der die Vision für die Zukunft der EU-Kulturförderung darlegt.
Die Empfehlungen von CAE zielen darauf ab, Kultur in die geplanten drei Hauptsäulen des neuen EU-Haushalts zu integrieren: Fonds für Wettbewerbsfähigkeit, nationale Pläne zur Verknüpfung von Reformen und Investitionen sowie Finanzierung externer Maßnahmen. Mitglieder von CAE wurden aufgefordert, das Dokument zu prüfen und Feedback zu geben, um strategische Möglichkeiten zur Kulturförderung innerhalb der EU zu identifizieren.