In einem tragischen Bootsunglück vor der Küste Gambias sind mindestens sieben Migranten ums Leben gekommen. Laut dem gambischen Verteidigungsministerium wurden 96 Menschen gerettet, während die Suche nach weiteren Opfern weiterhin andauert. Berichten zufolge könnte das überfüllte Boot mit mehr als 200 Menschen an Bord gekentert sein, was die Situation verschärft. unter den Geretteten sind zehn Personen, die sich in kritischem Zustand befinden. Dieses Unglück ereignete sich auf einer der gefährlichsten Migrationsrouten der Welt, auf der viele Migranten aus Westafrika die Kanarischen Inseln erreichen möchten. Diese Inseln liegen etwa 1.600 Kilometer nördlich von Gambia. Im Jahr 2024 erreichten laut EU über 46.000 Migranten die Kanaren, während im selben Jahr über 10.000 Menschen auf dieser Route starben, wie von der Menschenrechtsorganisation Caminando Fronteras dokumentiert wurde.

Besonders relevant ist, dass in den ersten elf Monaten des Jahres 2025 ein Rückgang der Migranten auf der westafrikanischen Route um 60% festgestellt wurde. Die EU-Grenzschutzagentur Frontex führt diesen Rückgang insbesondere auf eine stärkere Zusammenarbeit mit Herkunftsländern zurück. Diese Zusammenarbeit wird jedoch von Menschenrechtsorganisationen kritisch betrachtet, da sie oft mit der Einschränkung sicherer Fluchtwege verbunden ist.

Bootsunglücke an den Kanaren

Die Kanarischen Inseln sind ein beliebtes Ziel für Migranten aus Afrika, die oft in unsicheren Booten reisen, um Europa zu erreichen. Im Jahr 2022 gab es einen Rekord von über 46.800 irregulären Ankünften. Allerdings hat sich die Anzahl der Ankünfte in diesem Jahr bis zum 15. Mai im Vergleich zum Vorjahr um 34,4 Prozent verringert, was erneut auf sich verändernde Migrationsbewegungen hinweist.

Migrationskontext und Herausforderungen

Die Flucht und Migration über das Mittelmeer ist ein komplexes Thema, das von vielen Faktoren beeinflusst wird. Hauptsächlich erfolgt die Migration aus dem Nahen und Mittleren Osten, Nordafrika und Subsahara-Afrika, wobei die Gründe für das Verlassen der Heimatländer oft in schlechten Lebensbedingungen und kriegerischen Konflikten liegen. Die zentrale Mittelmeer-Route gilt als die am meisten genutzte Fluchtroute der EU, jedoch ist sie gleichzeitig die gefährlichste, mit zehntausenden Ertrinkenden jährlich, wie Menschenrechtsorganisationen anmahnen.

Die EU hat in den letzten Jahren verschiedene Maßnahmen ergriffen, um die Migration über das Mittelmeer zu regulieren und ist in der Kritik, nicht ausreichend sichere Fluchtwege zu gewährleisten. Operationen wie Mare Nostrum und Triton sind ein Teil dieser politischen Strategie, die versuchen, sowohl die Seenotrettung als auch die Bekämpfung von Schleusernetzwerken zu kombinieren.

Insgesamt bleibt die gesamte Problematik der Migration über das Mittelmeer ein brisantes und strittiges Thema, das sowohl humanitäre als auch sicherheitspolitische Herausforderungen mit sich bringt.