Stellantis, der multinationaler Automobilkonzern, plant, in den kommenden Jahren zudem rund 10 Milliarden Dollar (8,52 Milliarden Euro) in die USA zu investieren. Diese bedeutenden Investitionen, so berichtet vienna.at, sollen gezielt in Werke in Illinois und Michigan fließen. Dazu zählen die Wiedereröffnung von Fabriken, Neueinstellungen und die Einführung neuer Fahrzeugmodelle. Konzernchef Antonio Filosa wird im kommenden Jahr eine neue Strategie bei einem Kapitalmarkttag vorstellen.
Die Maßnahmen sollen dazu beitragen, die US-Marken Jeep und Dodge zu stärken. In den nächsten Wochen könnte Stellantis eine Ankündigung über neue Investitionen in Höhe von etwa 5 Milliarden Dollar veröffentlichen. Im vergangenen Jahr warnte das Unternehmen jedoch vor erheblichen Belastungen durch US-Zölle, die für das laufende Jahr auf etwa 1,5 Milliarden Euro (1,76 Milliarde Dollar) geschätzt wurden.
Steigende Zölle belasten den Automobilkonzern
Stellantis sieht sich aktuell einer zusätzlichen Belastung durch neue Zölle gegenüber. Ab dem 3. April 2025 wird ein Zoll von 25% auf importierte Personenkraftwagen und leichte Nutzfahrzeuge erhoben, während die Zölle auf Autoteile ab 3. Mai in Kraft treten. Diese Zölle werden gemäß Abschnitt 232 des US-Handelsgesetzes eingeführt, unter dem Vorwand nationaler Sicherheitsbedenken, was laut kaizen.com zu Empörung bei europäischen Beamten und Branchenführern geführt hat.
Die EU hat bereits Vergeltungsmaßnahmen vorbereitet, während der Handelskonflikt die Beziehungen zwischen den USA und Europa belasten könnte. Der deutsche Wirtschaftsminister und andere europäische Führer haben die Zölle als schädlich für Unternehmen und Verbraucher kritisiert. Im Jahr 2024 wurden in den USA etwa 16 Millionen Autos verkauft, wobei die Hälfte importiert wurde. Nur 25% der in den USA verkauften Autos waren tatsächlich „Made in USA“.
Folgen für den Automobilmarkt
Die Einführung der Zölle könnte die europäische Automobilindustrie erheblich treffen, da die USA der größte Exportmarkt für EU-Autohersteller sind. 2023 belief sich das Volumen der Autoexporte der EU in die USA auf etwa 56 Milliarden Euro, was 20% der europäischen Produktion ausmacht. Prognosen deuten darauf hin, dass die Exporte deutscher und italienischer Autohersteller um etwa 7% sinken könnten. Zudem wird erwartet, dass US-Verbraucher höhere Preise für Neuwagen hinnehmen müssen, da die Importeure die Zölle auf die Endverbraucherpreise umlegen.
Der Handelskonflikt hat das Potenzial, die bereits bestehenden Spannungen zwischen den beiden Märkten weiter zu verschärfen und könnte zukünftige Handelsverhandlungen gefährden. Die langfristigen Folgen der neuen Zölle hängen maßgeblich von den Entscheidungen der Staats- und Regierungschefs in den kommenden Monaten ab.