Am 13. November 2025 haben die Grünen Wien die Notwendigkeit einer Preiskommission und einer unabhängigen Kontrollbehörde für die Fernwärme in Wien gefordert. Rund eine halbe Million Menschen in der Stadt sind an das Fernwärmenetz angeschlossen, dessen finanzielle Belastung in den letzten Jahren stark zugenommen hat. Eine bevorstehende Preiserhöhung wirft zusätzliche Fragen auf, insbesondere da die Wien Energie in den Jahren 2023 und 2024 Gewinne von insgesamt etwa 850 Millionen Euro verzeichnet hat. Der Stadtrat Peter Kraus appelliert an Bürgermeister Michael Ludwig, die Preiskommission einzuberufen, um Haushalte vor wachsenden Energiekosten zu schützen. Vorbild könnte Oberösterreich sein, wo seit drei Jahren Höchstpreise für Fernwärme festgelegt werden, wie OTS berichtet.
Die Kritiker der Monopolstellung der Fernwärme Wien verweisen auch auf die unverständlichen Heizkostenabrechnungen, die häufig zu hohen Nachzahlungen führen. Verbraucherschutzorganisationen und Mieterverbände üben scharfe Kritik an den überzogenen Preissteigerungen, die nicht nur auf gestiegenen Energiepreisen basieren. Die fehlende Transparenz bei der Preisgestaltung auf dem Monopolmarkt wird als Hauptproblem identifiziert. In einem ähnlichen Kontext soll eine neue Plattform, die von BDEW, VKU und AGFW initiiert wird und ab April 2024 in Betrieb gehen soll, eine Verbesserung der Transparenz für Verbraucherherbeiführen. Über 150 Fernwärme-Anbieter werden auf dieser Plattform zusammenarbeiten, um die großen Preisunterschiede nachvollziehbar zu machen, wie fr.de berichtet.
Reaktionen und Forderungen der Grünen
Die Grünen haben angekündigt, in der kommenden Woche einen entsprechenden Antrag im Wiener Landtag einzubringen, um die Verhandlungen über die Preisgestaltung und -transparenz voranzutreiben. Kraus, der den Vorstoß leitet, betont die Verantwortung der Stadt, die Bürger vor übermäßigen Energiepreisen zu schützen und die Wettbewerbssituation in den Griff zu bekommen. Die Unsicherheit darüber, ob die neuen Transparenzmaßnahmen tatsächlich zu niedrigeren Preisen führen werden, bleibt unter Experten jedoch bestehen.
Die Preisdiskussion wird von verschiedenen Seiten kritisch verfolgt. Vor dem Hintergrund der Energiekrise besteht der Verdacht, dass die Gewinnmargen der Energieunternehmen angehoben wurden. Die Preisgestaltung orientiert sich oft am Gaspreis, selbst wenn andere Energiequellen genutzt werden, was die Darstellung der tatsächlichen Heizkosten weiter kompliziert. BDEW-Chefin Kerstin Andreae hat bereits signalisiert, dass standardisierte Preisangaben auf der neuen Plattform kommen werden, um das Vertrauen der Verbraucher zu stärken.