Die Situation bei den Werften FSG-Nobiskrug bleibt angespannt: Trotz der ersten Septemberzahlungen, die jetzt auf den Konten mehrerer Mitarbeiter eingegangen sind, warten rund 80 Angestellte immer noch auf ihr Gehalt. Die Zahlung für Oktober steht ebenfalls auf der Kippe, und der Betriebsrat rechnet nicht mit einer baldigen Lösung. Erst am vergangenen Freitag hatten Wirtschaftsminister Claus Ruhe Madsen (CDU) und Gewerkschaftsvertreter über die düstere Zukunft der Werften diskutiert.
Lars Windhorst verspricht Besserung
Investor Lars Windhorst möchte die Wogen glätten und hat sich für die bisherigen Verzögerungen entschuldigt. Er betont, dass die ausstehenden Gehälter nun beglichen sind und künftig „selbstverständlich“ gezahlt werden. Doch genau diese Zusagen sorgen bei den Mitarbeitern für Skepsis. Die IG Metall und Betriebsräte fordern unmissverständlich: Windhorst muss sich zurückziehen, da er die Zukunft der Werften gefährdet.
Protestaktion kündigt sich an
Die Kritik an Windhorst ist laut und einig: Wirtschaftsminister Madsen und IG Metall haben ihre Geduld auf die Probe gestellt. „Wir haben lang genug gewartet“, sagt Madsen. In der vergangenen Zeit kam es zu massiven Lohnverzögerungen, der Betrieb ist seit Windhorsts Übernahme nicht mehr tariflich gebunden, und die Angestellten bangen um ihre Zukunft. 500 der 530 verbliebenen Arbeitskräfte sind derzeit freigestellt, und viele arbeiten nur noch als Pförtner. Während die Situation prekär bleibt, planen die Beschäftigten für Mittwoch eine Protestaktion vor dem Flensburger Werkstor unter dem Motto: „Gehalt ist nicht alles“.