Die amerikanischen Wähler strömen am Dienstag zu den Urnen, um den nächsten Präsidenten der Vereinigten Staaten zu wählen, und es könnte spannende Stunden oder sogar Tage geben, bevor der Sieger bekannt gegeben wird. In diesem Jahr verspricht ein besonders knapper Wettbewerb zwischen der amtierenden Vizepräsidentin Kamala Harris und dem ehemaligen Präsidenten Donald Trump, den Entscheidungsprozess zu verzögern. Engste Wahlergebnisse könnten zu Wiederzählungen führen. In Schlüsselstaaten wie Pennsylvania würde eine landesweite Wiederzählung erforderlich sein, wenn der Unterschied zwischen den Stimmen weniger als einen halben Prozentsatz beträgt.

Rechtliche Herausforderungen und Infos zu den Swing States

Über 100 Rechtsstreitigkeiten wurden bereits vor der Wahl eingereicht, wobei die Republikaner unter anderem die Wählerqualifikation und die Verwaltung der Wählerlisten anfechten. Zusätzlich könnten Störungen an den Wahlurnen oder in den Wahllokalen die Auszählung der Stimmen aufhalten. Zum Glück gibt es aber auch positive Entwicklungen: In vielen Regionen, einschließlich dem entscheidenden Bundesstaat Michigan, hat sich die Stimmabgabe beschleunigt, und im Vergleich zur letzten Wahl werden weniger Stimmen per Post abgegeben.

Blick auf die Schlüsselstaaten: Die ersten Wahllokale schließen um 18:00 Uhr EST und die letzten um 01:00 Uhr EST. Besonders interessant sind die Swing States Arizona, Georgia, Michigan, Nevada, North Carolina, Pennsylvania und Wisconsin. In Georgia könnten ungefähr 75 % der Stimmen innerhalb der ersten zwei Stunden gezählt werden, während Pennsylvania wegen bundesstaatlicher Vorschriften voraussichtlich etwa 24 Stunden benötigt, um genügend Stimmen zu zählen und einen möglichen Sieger zu benennen.

Die Wahlhuberei könnte sich auch auf die neuen Stimmen konzentrieren, die aus Briefen und anderen Mehrheitswahlen kommen, während in Nevada Briefwahlunterlagen bis zu 13 Tage nach dem Wahltag zur Auswertung zugelassen werden könnten. Zudem gibt es die Möglichkeit, dass die Wahl durch rechtliche Anfechtungen angefochten wird, wie schon in der Vergangenheit. Falls die Wahl zwischen Harris und Trump in einem Unentschieden endet, müsste das Repräsentantenhaus den neuen Präsidenten wählen – ein Szenario, das seit 200 Jahren nicht mehr vorkam.