Der Verkehrssektor steht im Zentrum der Debatten über Klimaschutz, da rund 20% der globalen CO2-Emissionen aus dem Straßenverkehr stammen. Laut einem Bericht des ICCT könnten durch die vollständige Umsetzung bestehender Ankündigungen bis zu 11 Milliarden Tonnen CO2 eingespart werden. Dennoch klafft eine erhebliche Lücke von 47 Milliarden Tonnen, die erforderlich ist, um die Ziele des Pariser Abkommens zu erreichen, wie oekonews berichtet.

Ein Wachstum der Marktanteile elektrischer Fahrzeuge ist zu beobachten, wobei China als führender Markt für E-Pkw gilt. Insbesondere in Schwellenländern wie Vietnam, Thailand, der Türkei und Indonesien zeigt sich ein starkes Wachstum, unterstützt durch fiskalische Anreize und kostengünstige Importe. In Europa ist die Nachfrage ebenso hoch, mit teils über 50% Marktanteil bei mittelschweren E-Lkw in einigen Ländern im ersten Halbjahr 2025. Während die EU und das Vereinigte Königreich kurzfristige Flexibilitäten eingeführt haben, hat sich das Tempo der neuen Regulierung zwischen September 2024 und August 2025 verlangsamt.

Regulierungen und Herausforderungen

In den USA dämpft die neue Regierung den Fortschritt, während Vorschläge aus Ländern wie Vietnam, Thailand, Mexiko und Indien im Umlauf sind. Das ICCT fordert verbindliche Vorschriften, die auf alle Fahrzeugklassen ausgeweitet werden sollten, und drängt auf eine schnellere Transformation hin zu Nullemissionsfahrzeugen. Um den Straßenverkehr mit den Vorgaben des Pariser Abkommens in Einklang zu bringen, müssen regionale Ungleichheiten und politische Lücken geschlossen werden.

Strombasierte alternative Kraftstoffe, oft als E-Fuels bezeichnet, stehen ebenfalls zur Diskussion. Diese sind insbesondere für den Luftverkehr und den Schwerlastverkehr relevant, da diese Bereiche schwerer zu elektrifizieren sind. Allerdings sind die Produktionskapazitäten für synthetische Kraftstoffe derzeit sehr niedrig, was hohe Kosten mit sich bringt, und im Straßenverkehr wird erwartet, dass E-Fuels keine signifikante Rolle spielen werden. Dies liegt an der höheren Effizienz von Elektroantrieben und den damit verbundenen Betriebskosten, wie Umweltbundesamt hervorhebt.

Deutschland als Beispiel für zukunftsweisende Maßnahmen

In Deutschland sind etwa 20% der Treibhausgasemissionen dem Verkehrssektor zuzuordnen. Gemäß dem Bundes-Klimaschutzgesetz sollen die Emissionen bis 2030 um 65% und bis 2040 um 88% im Vergleich zu 1990 gesenkt werden. Die Bundesregierung hat bereits Maßnahmen zur Erreichung dieser Klimaziele eingeleitet. Übergangsprogramme werden vorbereitet, um die Richtlinien zur Minderung von Treibhausgasemissionen im Verkehr zu unterstützen, wie BMV berichtet.

Die Maßnahmen sind in sechs Handlungsfeldern organisiert: vom öffentlichen Personenverkehr über die Verlagerung des Güterverkehrs auf umweltfreundlichere Transportmittel, bis hin zu der Förderung alternativer Kraftstoffe und dem Ausbau der Ladeinfrastruktur für Elektrofahrzeuge.

Um die Klimaziele bis 2045 zu erreichen, wird ein Anteil von 90% Strom im Verkehr angestrebt. Allerdings ist auch eine bedeutende Erhöhung der politischen Instrumente wie die Treibhausgasquote notwendig, um den Übergang zu postfossilen Kraftstoffen zu ermöglichen. Insbesondere fortschrittliche Biokraftstoffe und E-Fuels werden hierbei als wichtige Optionen angesehen, obgleich deren Verfügbarkeit begrenzt ist.