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Stockholm startet Mega-Projekt: CO₂ aus der Luft entfernen!

Am 27. März 2025 gab Stockholm Exergi den Bau einer der größten Anlagen zur Abscheidung und Speicherung von biogenem Kohlendioxid bekannt. Die Investitionssumme für dieses bedeutende Projekt beläuft sich auf 13 Milliarden SEK. Der Baubeginn ist sofort, und die Anlage soll voraussichtlich im Jahr 2028 in Betrieb genommen werden. Jährlich sind bis zu 800.000 Tonnen CO₂-Abscheidung und -Speicherung geplant, was einen signifikanten Beitrag zur Bekämpfung des Klimawandels leisten könnte.

Der Standort der neuen Anlage befindet sich im Energiehafen in der Nähe des Wärmekraftwerks Värtaverket in Stockholm. Diese strategische Entscheidung wurde durch öffentliche Unterstützung und den Erwerb von negativen Emissionszertifikaten motiviert. Stockholm Exergi hat den Partner Northern Lights für den CO₂-Transport und die Lagerung gewählt, um die Effizienz und Sicherheit des Projekts zu gewährleisten.

Technologie und Nachhaltigkeit

Die eingesetzte Technologie zur CO₂-Abscheidung hat ihre Wurzeln in den 1970er Jahren und wurde durch eine Testanlage, die seit 2019 in Betrieb ist, weiterentwickelt. Das abgeschiedene CO₂ wird dauerhaft im Gestein unter dem Meeresboden gespeichert und mineralisiert. Dieser Schritt ist entscheidend für die Erreichung von Klimazielen und Netto-Null-Emissionen.

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Das bereits betriebene Wärmekraftwerk Värtaverket produziert nachhaltige Wärme und Elektrizität aus Forst- und Sägewerksabfällen und versorgt über 800.000 Menschen in Stockholm mit Wärme, unterstützt durch ein 3.000 Kilometer langes Fernwärmenetz. Diese Infrastruktur zeigt das bestehende Engagement von Stockholm Exergi für nachhaltige Energielösungen, unter der Trägerschaft von Stadt Stockholm und einem Konsortium europäischer Pensionsfonds.

Internationale Perspektiven und die Rolle von CCS

Die Entwicklung und Implementierung von CO₂-Abscheidungs- und -Speichertechnologien (CCS) ist nicht nur in Schweden, sondern auch international von großer Bedeutung. Laut einem Bericht von Wirtschaftsdienst erlangt CCS zunehmend Akzeptanz, insbesondere in der EU, wo es als notwendiges Instrument zur Emissionsminderung anerkannt wird. Die Frage der „schwer und nicht vermeidbaren Emissionen“ spielt dabei eine zentrale Rolle, da genaue Definitionen dieser Begriffe für die erfolgreiche Implementierung von CCS erforderlich sind.

Zahlreiche internationale CCS-Projekte sind bereits aktiv, darunter das erste Projekt in Norwegen (Sleipner seit 1996) sowie weitere in Ländern wie den USA, Kanada, Brasilien, China und Saudi-Arabien. Der globale CCS-Institut meldete 2023 insgesamt 41 in Betrieb befindliche Projekte, die rund 49 Millionen Tonnen CO₂ abscheiden.

Gleichzeitig wird jedoch darauf hingewiesen, dass der Ausbau der CO₂-Transport- und Speicherinfrastruktur hinter den Anforderungen zurückbleiben könnte, was durch die internationale Gemeinschaft wohlbeachtet werden muss. In Deutschland lag das Augenmerk in der Vergangenheit auf der Regulierung von CCS, wobei eine kommerzielle Nutzung von 2012 bis vor kurzem verboten war. Diese Einschränkungen könnten die Fortschritte in der Umsetzung von Klimazielen gefährden, da CCS zunehmend als Bestandteil einer umfassenden Klimaschutzstrategie betrachtet wird.

Insgesamt wird die Abscheidung und Speicherung von CO₂ als ein notwendiger, aber begrenzter Beitrag zum Klimaschutz angesehen. Es ist entscheidend, weiterhin konventionelle Klimaschutzmaßnahmen zu verfolgen und CCS als Teil eines integrierten Ansatzes zu betrachten. Transparenz und Klarheit in Bezug auf die Definition und Implementierung schwer vermeidbarer Emissionen sind ebenso wichtig für den zukünftigen Erfolg in der globalen Klimapolitik.


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Energiehafen, Stockholm, Schweden
Beste Referenz
ots.at

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