In Frankfurt zeigen sich die Zustände öffentlicher Toiletten als ziemlicher Schandfleck, der dringend einer Überholung bedarf. Besonders die WCs an der Hauptwache wirken heruntergekommen. „Ich gehe grundsätzlich auf keine öffentliche Toilette“, gibt Wolfgang Kunath zu, während er auf seine Begleitung wartet, die sich nach einer kurzer Erfahrung in der Toilette schnell wieder in den Saal wagt. „Es ist eklig hier“, sagt Nicole Bergér über die mangelhafte Hygiene. Dabei ist die Instandhaltung der Toiletten ein zentrales Anliegen, besonders da die meisten von bis zu 1200 Personen am Tag frequentiert werden.
Die Stadt ist um öffentliche Toiletten bemüht und hat in der Vergangenheit bereits 100 Anlagen installiert. Im Vergleich zu Städten wie Stuttgart oder Düsseldorf hat Frankfurt damit einen Vorteil. Doch der Zustand vieler dieser WCs lässt zu wünschen übrig, besonders in den Außenbezirken, wo oft nur Friedhofstoiletten zur Verfügung stehen. Ein Blick in die App „Toilettenfinder“ der FES zeigt, dass die meisten Einrichtungen im Stadtzentrum konzentriert sind.
Sanierung und neue Toilettenkonzepte
Im November 2022 präsentierte Baudezernentin Sylvia Weber (SPD) ein Konzept für die Sanierung und den Bau neuer WCs für 9,2 Millionen Euro. Sechs neue Toiletten sind bereits in Betrieb, darunter zwei im Bahnhofsviertel. Aber für die Hauptwache sind Verbesserungen erst für Herbst 2025 und die endgültige Fertigstellung bis 2027 geplant. Dabei gibt es auch positive Beispiele, wie das Toilettenhäuschen im Bethmannpark, das vandalismusresistent gebaut wurde und eine angenehme Atmosphäre bietet.
Die Stadt sieht sich dem Problem des Vandalismus gegenüber und hat bereits Schäden von 85.000 Euro in diesem Jahr verzeichnet, was die Situation noch komplizierter macht. Die Erfahrungen der Nutzer variieren stark: „Die neuen Toiletten am Südbahnhof sind großartig, sie waren früher abgeranzt“ berichtet ein Besucher, der mit seinem Rollstuhl die barrierefreie Toilette nutzt. Im Gegensatz dazu beschreiben viele die Hauptwache als „peinlich für Frankfurt“ und bemängeln die Vernachlässigung der barrierefreien Anlagen durch die Reinigungskräfte.
An anderen Orten, wie im Seehofpark, wird mit Pilotprojekten experimentiert. Eine Komposttoilette sorgt dort für ein geruchsarmes Erlebnis, ganz anders als man es von herkömmlichen WCs gewöhnt ist. Am Westbahnhof hingegen gibt es noch gar keine öffentlichen Toiletten, was Reisende gezwungen hat, auf lokale Cafés und Imbisse auszuweichen.
Die Zukunft der Toiletten in Frankfurt
Das langfristige Konzept von Sylvia Weber reicht bis ins Jahr 2028. Es sieht den Bau und die Renovierung von Toiletten an über 20 Orten vor, unter anderem an stark frequentierten Plätzen. Die Initiative „Nette Toilette“ soll zudem verstärkt werden, bei der Gaststätten ihre WCs für die Öffentlichkeit zugänglich machen. Diese Maßnahmen sind notwendig, um das öffentliche Bild der Stadt Frankfurt in Bezug auf Hygiene und Sauberkeit zu verbessern.
Angesichts dieser Herausforderungen wird deutlich: Die Versorgung mit öffentlichen Toiletten ist nicht nur eine Frage der Ausstattung, sondern auch der Instandhaltung und der Wahrnehmung durch die Bürger. Ein sauberer und einladender Toilettenbereich könnte ein wichtiger Schritt zur Steigerung der Lebensqualität in der Stadt sein. Mittlerweile bleibt abzuwarten, wie diese Pläne vom Baudezernat umgesetzt werden, um die hygienischen Standards zu verbessern und die Nutzerzufriedenheit zu erhöhen. Für eine umfassende Betrachtung der Toilettensituation in Frankfurt und der geplanten Maßnahmen, siehe den Bericht auf www.fnp.de.
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