Am Samstag, den 19. Oktober 2024, um 20:00 Uhr, geht im Theater Lübeck eine ganz besondere Aufführung über die Bühne: die Adaption des berühmten Kinderbuchs "Struwwelpeter" von Heinrich Hoffmann. Die Geschichte, die vor fast 180 Jahren entstand, hat sich nicht nur in Deutschland, sondern auch international einen Namen gemacht. Hoffmann, ein Frankfurter Arzt, wollte einst seinem kleinen Sohn ein Geschenk machen und entschloss sich, ein eigenes Kinderbuch zu schreiben, was 1845 in der ersten Auflage des "Struwwelpeter" resultierte.
In diesem zeitlosen Werk erzählt Hoffmann in zehn kleinen Geschichten über ungezogene Kinder und deren oft tragisches Schicksal. Hier trifft man auf die verschiedensten Charaktere, wie den grausamen Tierquäler Friederich und das zündelnde Paulinchen, sowie den zappeligen Philipp und den daumennuckelnden Konrad. Diese eindringlichen Erzählungen sind eine Mischung aus harter Moral und unnötig bestraften Verhaltensweisen von Kindern, was sie gleichzeitig erschreckend und lehrreich macht.
Eine groteske Neuinterpretation
Vor 25 Jahren haben die Briten Phelim McDermott und Julian Crouch in Zusammenarbeit mit der Londoner Kultband "The Tiger Lillies" eine innovative Adaption des Stoffes ins Leben gerufen. Ihr Ansatz verleiht den klassischen Geschichten eine grotesk-makabre Note, indem sie Hoffmanns Gedichte mit schwarzem Humor und noch erschreckenderen erzieherischen Maßnahmen abrunden. Diese ungewöhnliche Mischung wird durch einen Soundtrack bereichert, der Elemente von tomwaitsartigem Blues und betörender Zirkusmusik vereint und als eine Art Junk-Oper beschrieben werden kann.
Die Aufführung verspricht, das Publikum in ihren Bann zu ziehen, indem sie die brisanten Themen und moralischen Lektionen der Originalgeschichten greifbar macht, allerdings mit einem modernen Twist, der auch Erwachsene anspricht. Die Kombination aus origineller Musik und provokantem Humor könnte als Sprungbrett dienen, um nachdenkliche Diskussionen über Werte und Verhaltensnormen zu fördern, ohne die Grenzen der Tradition zu überschreiten.
Die Entscheidung für eine so künstlerisch gewagte Inszenierung unterstreicht die anhaltende Relevanz von Hoffmanns Kasperltheater und deren zeitlosen Botschaften über den richtigen und falschen Umgang, was letztlich auch die heutige Zuschauer:innen erfreuen könnte. In einer Welt voller sich ständig wandelnder Normen und Werte ist die Rückkehr zu klassischen Erzählungen und deren kritische Auseinandersetzung von Bedeutung.
Das Theater Lübeck wird somit nicht nur einen Blick in die Vergangenheit ermöglichen, sondern auch eine Plattform für Reflexionen über unsere heutigen Gesellschaftsnormen bieten. Diese Inszenierung könnte inspirieren, erziehen und zum Lachen anregen – eine echte Bereicherung für das kulturelle Leben der Stadt.
Für weitere Informationen und Tickets zur Veranstaltung ist es ratsam, sich auf www.unser-luebeck.de umzuschauen.
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