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Rechte Strömungen: AfD dominiert die politische Landschaft in Ostdeutschland

In der aktuellen politischen Landschaft Deutschlands zeigt sich die AfD zunehmend als dominante Kraft, nicht nur im Osten, sondern auch im Westen des Landes. Laut dem Politikwissenschaftler Manès Weisskircher, der an der TU Dresden forscht, ist das Image der AfD als rein ostdeutsche Partei irreführend. Der Einfluss der AfD ist in den wirtschaftlich angeschlagenen Industrieregionen des Westens ebenfalls zu spüren, worauf die Analyse von Weisskircher hinweist. Viele ländliche Gemeinden im Osten, die unter einer stark abnehmenden Bevölkerungszahl leiden, sind vor allem von der AfD geprägt, die oft die einzige politische Präsenz vor Ort darstellt, wie er in einem Gespräch mit APA betonte. In diesen Gemeinden sind die anderen Parteien schwach und kämpfen um Sichtbarkeit.

Ein zentraler Aspekt des Aufstiegs der AfD in Ostdeutschland sind tief verwurzelte wirtschaftliche und soziale Probleme, die seit der Wiedervereinigung bestehen. Weisskircher identifiziert ökonomische Unsicherheit, eine starke Ablehnung von Migration und das Gefühl vieler Ostdeutscher, Bürger zweiter Klasse zu sein, als langfristige Faktoren. Auf kommunaler Ebene führen diese Gegebenheiten dazu, dass die AfD in Regionen wie Zittau oder Hoyerswerda besonders stark ist, wo die Bevölkerung seit der Wende drastisch zurückgegangen ist, und wo viele Frauen abgewandert sind.

Die Wahlgewinne der AfD

Bei der Bundestagswahl erzielte die AfD in den fünf ostdeutschen Bundesländern beeindruckende 32 Prozent der Stimmen, mehr als die CDU und SPD zusammen, die nur 18,7 und 11,6 Prozent holten. Weisskircher prognostiziert, dass die AfD weiterhin als starke politische Kraft in den Flächenbundesländern der ehemaligen DDR bestehen bleibt. Die Wahrnehmung, dass die AfD als Fundamentalopposition keine Verantwortung in der Regierung trägt, könnte ihren Wählern zugutekommen, da diese sich von Vorwürfen des Rechtsextremismus nicht beeindrucken lassen. Das zentrale Wahlmotiv bleibt die Ablehnung von Migration, was in Anbetracht des geringen Migrantenanteils in den betroffenen Regionen eine ironische Wendung darstellt, so Weisskircher.

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Um dem Aufstieg der AfD zu begegnen, fordern Experten wie Weisskircher eine Verbesserung des politischen Outputs anderer Parteien, um die Wählerschaft der AfD zu reduzieren. Die Herausforderungen für die anderen politischen Gruppierungen sind gewaltig, besonders angesichts der bestehenden sozialen und wirtschaftlichen Krisen.

Für detaillierte Informationen und Analysen zu diesen Entwicklungen und zur Rolle der AfD in Ostdeutschland verweisen wir auf die umfassende Studie von Weisskircher in seinem Buch „Die AfD als neue Volkspartei des Ostens?“ veröffentlicht bei De Gruyter und weitere Einschätzungen in einem Interview bei Vienna.at.

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Genauer Ort bekannt?
Ostdeutschland, Deutschland
Beste Referenz
vienna.at
Weitere Quellen
degruyter.com

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