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In seiner 106. Sitzung am 25. Februar 2025 hat der Kunstrückgabebeirat unter dem Vorsitz von Clemens Jabloner wichtige Empfehlungen zur Rückgabe von Sammlungsobjekten ausgesprochen. Diese betreffen Möbelstücke und Kunstwerke, die aus der Zeit des Nationalsozialismus stammen und deren Ursprung teils in jüdischem Vermögen liegt. Der Beirat befasste sich unter anderem mit 42 Möbelstücken, die im Jahr 1950 an die Bundesmobilienverwaltung gelangten. Diese Stücke stammten aus dem Lungensanatorium Wienerwald, einem ehemaligen Lebensbornheim, das nach dem Anschluss Österreichs an das nationalsozialistische Deutschland beschlagnahmt wurde und später als Rückstellung an die Erben von Hugo Kraus und Arthur Baer zurückgegeben wurde. Laut den Feststellungen des Beirats sei die ursprüngliche Zuordnung der Möbel zu diesem Heim fehlerhaft gewesen. Dennoch wurde angeführt, dass die rechtskräftigen Entscheidungen die Situation nicht als „extreme Ungerechtigkeit“ darstellten, da den Erben bereits der Großteil des Inventars zugestanden wurde, wie provenienzforschung.gv.at berichtete.
Ein weiterer entscheidender Punkt der Sitzung war die Klärung der Provenienz von Objekten aus der Österreichischen Nationalbibliothek, die ursprünglich dem Unternehmer Max Hiller zugeordnet wurden. Hiller, der von den Nationalsozialisten verfolgt wurde, hatte seine Sammlung im Juli 1938 an die Nationalbibliothek verkauft. Der Beirat empfahl die Restitution mehrerer Objekte aus dieser Sammlung, wobei einige der Kunstwerke jedoch als verschollen gelten. Des Weiteren wurden Gegenstände des Rechtsanwalts Hanns Fischl besprochen, der 1945 im Konzentrationslager Bergen-Belsen ums Leben kam. Fischl hatte bereits vor seiner Verhaftung Teile seiner Sammlung an Museen abgeben müssen. Der Beirat machte erneut Rückgabeempfehlungen für die neuentdeckten Objekte, die zuvor nicht begutachtet worden waren. Diese Rückgabeempfehlungen sind Teil des fortgesetzten Bemühens um Aufarbeitung und Wiedergutmachung in Bezug auf das Erbe der Verfolgten, wozu auch die digitale Provenienzforschung gehört, wie Angaben von ots.at nahelegen.
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