Am 12. Jänner 2026 fand am Ratzersdorfer See in St. Pölten, Niederösterreich, eine eindrucksvolle Übung der Freiwilligen Feuerwehr St. Pölten-Stadt statt. Ziel dieser praktischen Übung war die Rettung von Personen, die in zugefrorenes Wasser eingebrochen sind. Bei anhaltenden Kältebedingungen sind die Seen in der Region stark vereist, was sowohl Risiken als auch einige verlockende Freizeitmöglichkeiten birgt.

Die Sicherheitslage ist angespannt, da das Betreten der gefrorenen Seeflächen derzeit nicht freigegeben ist. Die Feuerwehr betont, dass dies besonders bei Tauwetter gefährlich sein kann. Feuerwehrkommandant Dietmar Fahrafellner hebt hervor, dass die Einsatzkräfte gut ausgerüstet und schnell vor Ort seien. Die Übung fand unter Anleitung erfahrener Kameraden statt, die den Fokus auf Selbstschutz und wirksame Rettungsmethoden legten.

Sicherheitsrisiken und Warnungen

Jüngste Vorfälle in Deutschland unterstreichen die Gefahren des Eiseinsturzes. Auf dem Gnadensee zwischen Allensbach und der Insel Reichenau sind am Donnerstag mehrere Personen ins Eis eingebrochen. Diese Personen mussten mit Unterkühlungen ins Krankenhaus gebracht werden. Das Deutsche Rote Kreuz (DRK) warnt, dass stehende Gewässer erst bei einer Eisdicke von mindestens 15 cm als tragfähig gelten, während fließende Gewässer eine Dicke von 20 cm benötigen. Offizielle Freigaben für Eisflächen erfolgen nicht, da niemand die Dicke des Eises misst.

Klaus Merz, Vizepräsident des Landesfeuerwehrverbands Baden-Württemberg, weist darauf hin, dass es besonders schwierig sei, die Eisdicke in Moorseen einzuschätzen. Im Fall eines Notfalls ist die richtige Reaktion entscheidend. Die DLRG stellt hilfreiche Tipps zur Selbstrettung zur Verfügung, wie etwa Ruhe zu bewahren und auf sich aufmerksam zu machen, bevor man eigene Rettungsversuche unternimmt.

Rettungstechniken und Vorgehensweisen

Bei der Übung am Ratzersdorfer See wurden Trockentauchanzüge eingesetzt, um zwei Kameraden als „Opfer“ darzustellen. Der Einsatz von speziellen Rettungsgeräten wie dem aufblasbaren „Eisretter“ ermöglicht die Fortbewegung über dünnes Eis und wird als sehr nützlich erachtet. Die Feuerwehr bereitete auch den Einsatz von Schaufeln, Spineboards sowie weiteren Rettungsgeräten vor, um die Übung unter realistischen Bedingungen durchzuführen.

Im Notfall sollte man sich flach hinlegen, um das Gewicht gleichmäßig zu verteilen, und langsam in Richtung Ufer robben. Hierbei ist das Reagieren auf Warnzeichen wie Knacken, Knistern oder Risse im Eis von größter Bedeutung. Der Einsatz von Hilfsmitteln wie Brettern oder Türe ist beim Retten der eingeklemmten Person empfehlenswert, um das Risiko weiter zu minimieren.

Vorbereitung auf Ernstfälle

Die DLRG und die Feuerwehr wirken jährlich an der Vorbereitung auf mögliche Ernstfälle in Freigewässern mit. Eine der bisher größten Übungen fand mit bis zu 80 Einsatzkräften an den Kirchheimer Bürgerseen statt. Auch im Landkreis Esslingen gab es in den letzten fünf Jahren keinen nennenswerten Einsatz in dieser Hinsicht, jedoch wird von einer Dunkelziffer ausgegangen, die die Notwendigkeit solcher Übungen verdeutlicht.

Die Wichtigkeit der schnellen Reaktion, sowohl für die Retter als auch die Verunglückten, zeigt sich in jedem Training und jeder Übung. Sicherheit geht vor, und daher ist es ratsam, an gefrorenen Gewässern vorsichtig zu sein, stets auf offizielle Freigaben zu warten und niemals allein aufs Eis zu gehen. Im Zweifelsfall sollte man die Szenerie aus sicherer Entfernung genießen.

Mehr Informationen über Sicherheit auf und am Eis können auf den Seiten der Freiwilligen Feuerwehr Fireworld sowie vom SWR und der DLRG gefunden werden.