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Rettung der Kleinbauern: Regenerative Landwirtschaft in Indonesien im Fokus

In Jakarta, Indonesien, engagieren sich mehrere Organisationen, darunter die Musim Mas Group, der Livelihoods Fund for Family Farming (L3F), SNV Indonesia und World Agroforestry (ICRAF), in einem bedeutenden Projekt namens Biodiverse & Inclusive Palm Oil Supply Chain (BIPOSC). Ziel dieses Vorhabens ist es, die Fähigkeiten und das Wissen von unabhängigen Kleinbauern, die Ölpalmen anbauen, zu verbessern und gleichzeitig die Umweltauswirkungen der Landwirtschaft zu reduzieren.

Das BIPOSC-Projekt wurde im Jahr 2021 ins Leben gerufen und verfolgt einen langfristigen Ansatz zur Förderung einer abholzungsfreien Lieferkette. Es soll degradierte Flächen regenerieren, die lokale Artenvielfalt erhalten und die Lebensgrundlagen der Kleinbauern in der Region Labuhanbatu in Nordsumatra stärken. Dazu werden regenerative Landwirtschaftspraktiken eingeführt, die eine umweltfreundliche und nachhaltige Bewirtschaftung ermöglichen.

Durchführung und Schulung der Bauern

Die Teilnehmer des Projekts haben zuvor von Musim Mas weiterführende Schulungen erhalten. Diese Schulungen führten zur Gründung der Labuhanbatu Independent Oil Palm Smallholders Association (APSKS LB), die es den Kleinbauern ermöglicht, sich zu organisieren. Dadurch erhalten sie besseren Zugang zu Ressourcen und können Zertifizierungen durch die Roundtable on Sustainable Palm Oil (RSPO) und das Indonesian Sustainable Palm Oil (ISPO) erlangen.

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„Musim Mas hat die entscheidende Rolle der Kleinbauern bei der Schaffung eines nachhaltigen Palmölmarktes schon lange erkannt. Wir glauben, dass die Kooperation mit mehreren Partnern notwendig ist, um effektive Veränderungen zu bewirken“, erklärte Rob Nicholls, General Manager von Musim Mas. Durch regenerative Landwirtschaft soll den Kleinbauern geholfen werden, alternative Einkommensquellen zu entwickeln, besonders in Zeiten, in denen ihre Palmölplantagen nicht ertragreich sind—genauer gesagt in der Phase der Wiederbepflanzung.

Die Auswirkung von klimatischen Veränderungen erfordert effektive Lösungen. Das Konzept der regenerativen Landwirtschaft hat sich als vielversprechend herausgestellt, indem es den Landwirten hilft, Bodengesundheit zu bewahren und gleichzeitig den Wasserabfluss und die Bodenerosion zu minimieren. Diese Praktiken können auch zur Reduzierung von Treibhausgasemissionen und Stickstoffverlusten beitragen.

SNV Indonesia hat sich als globaler Entwicklungspartner zum Ziel gesetzt, zu einer nachhaltigen Entwicklung beizutragen. Rizki Pandu Permana, Landesdirektor von SNV, betonte die Notwendigkeit, Programme zur Umgestaltung landwirtschaftlicher Systeme zu fördern, um die Nachhaltigkeitsziele zu erreichen. Innerhalb des BIPOSC-Programms werden landwirtschaftliche Praktiken umgesetzt, die die biologische Vielfalt und Bodenfruchtbarkeit erhalten und maximieren.

Techniken der regenerativen Landwirtschaft

Ein zentraler Bestandteil der Schulungen sind verschiedene Techniken der regenerativen Landwirtschaft. Beispiele hierfür sind der Einsatz von Bioprodukten, das Mulchen, der Anbau von Bodendeckern, integrierte Schädlingsbekämpfung zur Verminderung des Pestizideinsatzes sowie die Verwendung von Kompost zur Düngung. Insgesamt wurden bereits über 1.000 Kleinbauern geschult, und die Implementierung dieser Techniken erstreckt sich über mehr als 1.063 Hektar Land.

Ein bemerkenswertes Projekt innerhalb von BIPOSC sind die 25 geschulten Dorfmoderatoren, die den Bauern praktische Unterstützung bieten. Zudem wurden sieben Demoparzellen eingerichtet, um als Lernorte für regenerative Landwirtschaft zu fungieren. “Die Schulungen haben die Bauern nicht nur in der Ertragssteigerung, sondern auch in der Verbesserung der Bodengesundheit unterstützt,” teilte Bernard Giraud, Präsident von Livelihoods, mit.

Die Initiative hat auch bedeutende Fortschritte im Bereich der Kompostierung erzielt. Die Kleinbauern haben die Möglichkeit, von einer neu geschaffenen Kompostieranlage zu profitieren, die monatlich 100–150 Tonnen Kompost produziert. Diese Anlage, die auf Inputs von umliegenden Mühlen und landwirtschaftlichen Betrieben aufbaut, bietet Kompost zu reduzierte Preisen an, eine Strategie, die das Unternehmen als erfolgreich erachtet. Im ersten Betriebsjahr erzielte die Anlage 588 Tonnen Kompost und generierte einen Gewinn von 421 Millionen IDR.

„Das effektivste Ergebnis dieses Projekts ist die Kompostieranlage,“ sagte Syahrianto, Vorsitzender von APSKS LB. “Der Zugang zu erschwinglichem Kompost verbessert die landwirtschaftlichen Praktiken aller beteiligten Kleinbauern.“

Die unabhängigen Kleinbauern in Indonesien bewirtschaften mittlerweile etwa 41 % der gesamten Palmölanbaufläche, was rund 6,94 Millionen Hektar ausmacht. Prognosen zufolge wird dieser Anteil bis 2030 auf 60 % steigen. Vor diesem Hintergrund spielt das BIPOSC-Projekt eine entscheidende Rolle bei der Gestaltung einer nachhaltigen Zukunft für die Palmölproduktion in der Region.

Um mehr über diese Entwicklungen und ihre Auswirkungen auf die Landwirtschaft in Indonesien zu erfahren, wird auf detaillierte Berichte verwiesen, wie www.presseportal.de berichtet.


Details zur Meldung
Genauer Ort bekannt?
Labuhanbatu, Nordsumatra, Indonesien
Quelle
presseportal.de

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