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Rekordweinlese in Ilbesheim: Winzer trotzen dem Klimawandel!

In der idyllischen Südpfalz, genau genommen in Ilbesheim bei Landau, fand am vergangenen Samstag, dem 5. Oktober 2024, der Abschluss der Weinlese für dieses Jahr statt. Winzerinnen und Winzer der Winzergenossenschaft „Deutsches Weintor“ haben fleißig die letzten Trauben aus den Weinbergen geholt. Einige von ihnen waren sogar schon früher fertig mit der Ernte.

„Früher ging zu diesem Zeitpunkt die Weinlese erst los“, bemerkte Frank Jentzer, der geschäftsführende Vorstand und neuer Vorstandsvorsitzender der Genossenschaft. Seine Worte spiegeln die steigenden Herausforderungen durch den Klimawandel wider, die auch die Weinbauern nicht unberührt lassen. Bei einem traditionellen Gespräch über die Weinlese informierten sich Landrat Dietmar Seefeldt und der Bürgermeister der Verbandsgemeinde Landau-Land, Torsten Blank, über die Ernte und die sich abzeichnende Qualität der Weine. Anwesend waren auch Thorsten Schmidt, der Aufsichtsratsvorsitzende, sowie Kellermeister Martin Hafner.

Positive Ernteergebnisse

Insgesamt lief die Traubenabgabe über einen Zeitraum von etwa vier Wochen. Die Menge der Trauben ist zwar etwas geringer als im Vorjahr, jedoch zeigt sich Jentzer optimistisch hinsichtlich der Qualität: „Wir haben gesunde Trauben, die Wasserversorgung zu Beginn des Jahres war ideal, und die letzten Wochen waren größtenteils trocken mit ausreichend Sonnenstunden. Alles in allem beste Bedingungen für einen guten Jahrgang.“

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Martin Hafner hebt hervor, dass der neue Jahrgang „frisch, fruchtig, jung und wirklich gut“ wird. Der Trend, dass früh reifende Sorten nicht mehr vorhanden sind, hat sich auch in diesem Jahr fortgesetzt. Alles, was reif ist, wird geerntet und weiterverarbeitet.

Der Weinbau in der Region muss jedoch mit neuen Herausforderungen umgehen, und Jentzer betont die Notwendigkeit, neben der Qualität auch modernste Technologien und innovative Vermarktungsstrategien zu nutzen. Im Zuge dessen wird den pilzresistenten Weinen, auch bekannt als PIWI-Weine, eine immer wichtigere Rolle zuteil. Die Winzergenossenschaft hat bereits zwei solcher Weine im Sortiment. Darüber hinaus hat die Genossenschaft auch auf den Trend zu alkoholfreien Getränken reagiert und bietet nun drei alkoholfreie Seccos sowie einen Riesling an. Die Nachfrage nach alkoholfreien Seccos ist im Vergleich zum Vorjahr merklich gestiegen.

Technisch hat sich die Genossenschaft ebenfalls weiterentwickelt und in eine neue Kelteranlage investiert, die durch einen niedrigeren Energieverbrauch und eine sanftere Pressung gekennzeichnet ist. Diese neue Anlage hat mehrere Hunderttausend Euro gekostet und soll dazu beitragen, den ökologischen Fußabdruck der Weinerzeugung zu minimieren.

Wichtigkeit der Weinkultur

Landrat Seefeldt und Bürgermeister Blank zeigten sich beeindruckt von den Bemühungen der Winzergenossenschaft und hoben die Bedeutung der Winzer für den Erhalt der traditionsreichen Weinkultur in der Region hervor. Das Prädikat „Deutsches Weintor“ sei ein bedeutendes Asset für die Wirtschaft, die Kultur und den Tourismus der gesamten Region. Beide betonten die Herausforderungen, vor denen die Branche zurzeit steht, und wie wichtig es sei, diese gemeinsam zu meistern.

Zuletzt gratulierten Seefeldt und Blank Frank Jentzer zu seiner neuen Rolle als Vorstandsvorsitzender der Winzergenossenschaft. Nach dem Ausscheiden seines Vorgängers Thomas Weiter, der 21 Jahre diese verantwortungsvolle Position innehatte, wurde angestrebt, die beiden Ämter enger zu verknüpfen. Jentzer ließ die langjährige Arbeit von Weiter gebührend würdigen und übermittelte beste Wünsche für dessen Zukunft.

Die gesamte Situation zeigt, dass die Weinbauern anpassungsfähig sind und trotz der Herausforderungen, die der Klimawandel mit sich bringt, weiterhin hochwertige Weine produzieren und ihre Tradition wahren können. Für mehr Informationen zu diesem Thema ist ein Artikel auf www.treffpunkt-pfalz.de zu finden.


Details zur Meldung
Genauer Ort bekannt?
Ilbesheim bei Landau in der Pfalz, Deutschland
Quelle
treffpunkt-pfalz.de

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