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Putin überholt Europa: Gefahr durch Russlands Rüstungsproduktion!

Die britische Denkfabrik Rusi warnt in einer aktuellen Analyse vor den Gefahren, die aus Russlands erfolgreicher Rüstungsproduktion während des Ukraine-Kriegs entstehen. Laut ihrem Bericht hat Russland seine Rüstungsproduktion deutlich erfolgreicher gesteigert als Europa, was eine strategische Bedrohung für die NATO und deren konventionelle Abschreckung darstellt. Diese Erkenntnisse verdeutlichen, dass Europa in Sachen Rüstungsproduktion erheblich hinterherhinkt.

Die Gründe für die Rückstände in Europa sind vielfältig. Ein Mangel an Abstimmung innerhalb der EU und NATO, zu wenig Fokus auf die Massenproduktion anstelle hochentwickelter Waffensysteme, bürokratische Hürden sowie unzureichender Zugang zu Testinfrastruktur sind nur einige der Faktoren, die die europäischen Verteidigungsanstrengungen behindern. In den letzten drei Jahren ist es Europa nicht gelungen, die Produktion grundlegender Munition zu erhöhen oder Bestände an Präzisionswaffen aufzufüllen. Zudem konnte Großbritannien tragbare Waffen, die 2022 an die Ukraine abgegeben wurden, nicht ersetzen.

Rüstungsproduktion und Herausforderungen

Ein zentraler Punkt, den die Rusi-Analyse hervorhebt, ist die Produktion von Artilleriemunition, die durch die mangelnde langfristige Investitionsbereitschaft der Regierungen behindert wird. Regelungen zur Haltbarkeit von Munition erschweren den Aufbau größerer Bestände. Dies führt dazu, dass die Ukraine, trotz fortschrittlicher Drohnenprojekte, an industrielle Grenzen stößt. Daher ist die Verteidigungsfähigkeit der Ukraine ohne verlässliche westliche Nachschubkapazitäten langfristig gefährdet.

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Bemerkenswert ist, dass Russland zwischen 2022 und 2024 die NATO-Staaten in der Rüstungsproduktion übertroffen hat, obwohl es weniger wirtschaftliche Fähigkeiten im Vergleich zu den westlichen Staaten hat. Der Fokus Russlands liegt auf der Produktion verhältnismäßig einfacher Waffen, was ihnen erlaubt, schneller und effizienter zu reagieren. Diese Entwicklung macht die Notwendigkeit für Reformen in der fragmentierten Rüstungsindustrie Europas mehr als deutlich.

Wirtschaftliche Auswirkungen von Verteidigungsinvestitionen

Zusätzlich zu den militärischen Aspekten ist auch die wirtschaftliche Dimension von Bedeutung. Die europäischen NATO-Länder investieren jährlich etwa 72 Milliarden Euro in Rüstung, was 680.000 Arbeitsplätze schafft oder sichert. Diese Zahlen werden durch eine Studie von EY und DekaBank unterstützt, die auch eine Erhöhung der Verteidigungsausgaben auf 3 Prozent des BIP fordert. Ein solcher Schritt würde zusätzliche 65 Milliarden Euro pro Jahr kosten und 660.000 weitere Arbeitsplätze schaffen oder sichern.

Selbst bei einem hypothetischen Waffenstillstand in der Ukraine wird eine Steigerung der Verteidigungsausgaben und eine Expansion des Rüstungssektors in Europa erwartet. Es zeigen sich positive Spillover-Effekte in Bereichen wie Forschung, Entwicklung und Technologie. Jeder Euro in Verteidigung generiert etwa doppelt so hohe wirtschaftliche Aktivität, was die volkswirtschaftlichen Impulse deutlich macht.

Die geplanten Investitionen in Rüstungsgüter über die nächsten sechs Jahre betragen 72 Milliarden Euro pro Jahr und stimulieren Aktivitäten im Wert von 157 Milliarden Euro. Deutschland, Polen und das Vereinigte Königreich verzeichnen die höchsten Beschäftigungseffekte, wobei Deutschland allein über 137.000 Arbeitsplätze sichert. Um die Sicherheitslücke zu schließen und die Abhängigkeit von den USA zu verringern, sind zusätzliche jährliche Ausgaben von 65 Milliarden Euro unabdingbar.

Insgesamt zeigen die gegenwärtigen Entwicklungen im Bereich der Rüstungsproduktion sowohl die militärischen Herausforderungen als auch die wirtschaftlichen Chancen, die sich aus verstärkten Verteidigungsinvestitionen ergeben. Die Rusi-Analyse und die Ergebnisse der EY-Studie verdeutlichen den dringenden Handlungsbedarf zur Stärkung der europäischen Verteidigungsfähigkeit.


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