Die aktuelle Statistik des Statistischen Landesamtes Nordrhein-Westfalen zeigt einen bemerkenswerten Trend im Bereich der Jugendhilfe. Für das Jahr 2023 berichten die Jugendämter von insgesamt 58.422 jungen Menschen, die in Heimen oder Pflegefamilien untergebracht sind. Dies entspricht einem Anstieg von 2,4 Prozent im Vergleich zu den 57.077 im Jahr 2022. Dieser Anstieg ist nach mehreren Jahren des Rückgangs ein psychologischer Lichtblick für Behörden und Betroffene.

Die zeitliche Entwicklung ist frappant. Im Jahr 2017 erreichte die Zahl mit 36.071 ihren Höchststand, gefolgt von einem kontinuierlichen Rückgang, der bis auf 30.963 im Jahr 2022 führte. Wie die Statistiken zeigen, ist 2023 jedoch eine Trendwende zu verzeichnen.

Anstieg aufgrund unvollständiger Meldungen

Die genannten Zahlen könnten sogar noch höher ausfallen, da aufgrund eines Cyberangriffs auf einen kommunalen IT-Dienstleister in Südwestfalen einige Jugendämter nur unvollständige Daten melden konnten. Wenn man die Daten aus den betroffenen Kreisen für 2023 ergänzt, ergibt sich eine geschätzte Gesamtzahl von 59.105 jungen Menschen, die auf Hilfen angewiesen sind. Dies bedeutet einen Anstieg von 3,6 Prozent im Vergleich zum Vorjahr.

In den Pflegefamilien, wo 2023 26.359 Kinder und Jugendliche betreut wurden, zeigt sich ein vergleichbares Bild. Hier lag der niedrigste Stand im Jahr 2014 bei 25.065, während der höchste Wert 2017 mit 27.842 erzielt wurde. Auch in diesem Bereich ist 2023 ein leichter Anstieg zu erkennen.

Ein bemerkenswerter Aspekt dieser Statistiken ist das Alter der jungen Menschen. Dabei lebten 42,3 Prozent der in Einrichtungen untergebrachten Personen unter 10 Jahren. Bei den Pflegekindern waren es sogar 54,1 Prozent, was den hohen Anteil unmittelbarer familiärer Unterstützung zeigt, die oft fehlt.

Die Gründe für die Unterbringung in Heimen oder Pflegefamilien sind vielschichtig. Zum Beispiel wurden die meisten jungen Menschen – in 12.201 Fällen – aufgrund von Versorgungsengpässen platziert, wie etwa dem Fehlen einer Bezugsperson durch Krankheit oder andere Umstände. Auch Kindeswohlgefährdungen durch Vernachlässigungen oder Gewalt spielen eine erhebliche Rolle; hier waren es 10.937 Fälle. Die erschreckende Erkenntnis ist, dass viele junge Menschen aus unzureichenden familiären Verhältnissen gerettet werden müssen, oft aufgrund von Überforderung der Eltern.

Außer der direkten Unterbringung leisten die Jugendämter auch Erziehungsberatungen. Im Jahr 2023 wurden insgesamt 298.454 Hilfen zur Erziehung gewährt, wobei knapp 20 Prozent diese Hilfen benötigten, um in einer betreuten Wohnform oder Pflegefamilie untergebracht zu werden. Kunst und Satire vermitteln diesen Prozess, während 41 Prozent der Hilfen in Form von Erziehungsberatung und 10,5 Prozent durch sozialpädagogische Familienhilfe zur Unterstützung von Alltagsproblemen gewährt wurden.

Die Rahmenbedingungen, die zu diesen Hilfen führen, sind im Kinder- und Jugendhilferecht verankert. So haben Eltern in bestimmten Fällen einen gesetzlichen Anspruch auf diese Unterstützungsangebote, unabhängig davon, ob es sich um Unterkünfte oder Beratungen handelt. Das betrifft auch junge Erwachsene bis zu 27 Jahren in vorübergehenden Notlagen.

Insgesamt sind die genauen Zahlen und Vergleiche mit den Vorjahren möglicherweise irreführend, bedingt durch die technischen Probleme, die durch den Cyberangriff verursacht wurden. Für die Kreise Siegen-Wittgenstein und Olpe fehlen vollständige Daten, was eine exakte Analyse der aktuellen Situation zusammen mit den Vorjahreszahlen erschwert.

IT.NRW spielt eine wichtige Rolle in diesem Kontext, etabliert als Statistisches Landesamt. Es erhebt und veröffentlicht Daten, die für politische Entscheidungen sowie gesellschaftliche und wirtschaftliche Analysen von Bedeutung sind. Diese zuverlässigen Informationen sind nicht nur für die Kommunen, sondern auch für die Wissenschaft und die breite Öffentlichkeit von hohem Wert. Sie dienen dazu, ein besseres Verständnis des Themas zu ermöglichen und hilfreiche Maßnahmen für die betroffenen jungen Menschen zu erarbeiten. Weitere Informationen zu den aktuellen Statistiken und Entwicklungen können auf www.it.nrw eingesehen werden.