Am 7. Oktober 2025 fand im Shell Energy and Chemicals Park Rheinland in Wesseling eine groß angelegte Übung statt. Diese wurde initiiert, um das Kooperationsverhältnis zwischen der Werkfeuerwehr Shell, der Feuerwehr Wesseling sowie weiteren Rettungseinheiten bei einem Massenanfall von Verletzten (MANV) zu testen und zu bewerten. Das Szenario sah den Austritt von heißer Lauge mit Schwefelwasserstoff (H₂S) vor, was erhebliches Gefahrenpotenzial mit sich bringt.

Rund 160 Einsatzkräfte aus verschiedenen Organisationen waren an der Übung beteiligt. Dazu zählten neben der Werkfeuerwehr auch Feuerwehren aus dem Rhein-Erft-Kreis sowie Rettungsdienste aus den Kreisen Rhein-Erft und Rhein-Sieg. Zusätzlich unterstützten 60 ehrenamtliche Kräfte der Freiwilligen Feuerwehr Wesseling in diesem komplexen Szenario.

Ziel und Wichtigkeit von MANV-Übungen

Das Hauptziel der Übung war es, die medizinische Zusammenarbeit zwischen Werkärzten und externen Rettungskräften zu überprüfen. Der Fokus lag auf der korrekten Versorgung, Verteilung und Dokumentation von 15 simulierten Verletzten, deren Betreuung ebenfalls getestet wurde. Insbesondere die Herausforderungen, die ein MANV mit sich bringt, sind erheblich, wie das Bundesamt für Bevölkerungsschutz und Katastrophenhilfe (BBK) beschreibt. Ein MANV erfordert besondere planerische Maßnahmen, da die regulären Ressourcen oft nicht ausreichen, um die Anzahl der Verletzten zu bewältigen. Dies ist insbesondere in zeitlich dynamischen, großflächigen Schadenslagen von Bedeutung, wo es an kritischen Infrastrukturen fehlen kann.

Zu den Einsatzmitteln zählten 22 Rettungswagen, 4 Notarzteinsatzfahrzeuge und 14 Feuerwehr-Einsatzwagen. Auch Auszubildende der Notfallsanitäter an der Schule für Notfallmedizin und Rettungsdienst in Bergheim waren in die Übungen integriert, was der praktischen Ausbildung diente.

Ergebnis und Auswertung der Übung

Die Übung wurde von prominentem Publikum beobachtet, zu den Gästen zählten unter anderem Landrat Frank Rock und Jan-Peter Groot Wassink, Leiter des Standorts Shell Rheinland. Die positiven Rückmeldungen zur Zusammenarbeit und zur Sicherheitskultur unterstreichen die Notwendigkeit solcher Übungen. Laut dem Fazit der Veranstaltung sind solche praktischen Tests essentiell für schnelles, koordiniertes Handeln im Ernstfall.

Um die Effektivität der Einsätze zu maximieren, wird eine zeitnahe Auswertung der Übungsergebnisse stattfinden. Diese fließen direkt in die zukünftige Einsatzplanung ein, um die Einsatzkräfte optimal auf reale Szenarien vorzubereiten.

Die Komplexität eines MANV, wie sie auch durch Fachliteratur definiert ist, erfordert eine präzise Koordination und spezialisierte Ausrüstung. Die Feuerwehr spielt hierbei eine entscheidende Rolle. Besonders die Triage wird eingesetzt, um Verletzte in verschiedene Kategorien einzuteilen, was für die effiziente Versorgung unerlässlich ist.

Insgesamt zeigt diese Übung die Wichtigkeit der kontinuierlichen Vorbereitung von Einsatzkräften auf diverse Krisenszenarien und die unabdingbare Notwendigkeit vernetzter Zusammenarbeit zwischen verschiedenen Rettungseinheiten.