Am 25. Jänner 2026 um 16:50 Uhr wurden die Einsatzkräfte der Feuerwehr zu einem Bürogebäude am Hiltropwall in Dortmund gerufen. Grund für die Alarmierung war ein markanter chemischer Geruch, der von den Anwohnern als „faulige Eier“ beschrieben wurde. Der für diese Warnung verantwortliche Stoff ist Schwefelwasserstoff, ein extrem toxisches Gas, das in höheren Konzentrationen schnell gefährlich werden kann. In der Chemie wird es auch als Wasserstoffsulfid oder Dihydrogensulfid bezeichnet, mit der Summenformel H2S.
Die Feuerwehr begann sofort mit der Suche nach einer Austrittsstelle für das Gas, nutzte dazu Messgeräte, um die Ursachen des Geruchs zu ermitteln. Die Lage gestaltete sich schwierig, da das Gebäude mehrere Ebenen hat und die Beschreibung „faulige Eier“ bis zur Auffindung der Ursache für Verwirrung sorgte. Mögliche Ursachen für den Vorfall, wie verstopfte Abwasserrohre, wurden ausgeschlossen.
Entdeckung der Ursache
Nach dreieinhalb Stunden intensiver Suche entdeckten die Einsatzkräfte im Bürogebäude einen Batterieraum, in dem eine Notstrombatterie ausgegast war. Diese Zersetzung führte zu dem unangenehmen Geruch. Die Feuerwehr und Mitarbeiter von Do-Netz transportierten die gebrochene Batterie ins Freie, um weitere Risiken zu vermeiden. Maßnahmen zur Belüftung wurden durch ein modernes Entlüftungssystem der Feuerwehr vorgenommen.
Die Situation stellte zu keinem Zeitpunkt eine Gefahr für die anwesenden Menschen dar. Dennoch entschieden sich die Einsatzkräfte aus Vorsicht, das Gebäude vorsichtshalber zu evakuieren. Insgesamt waren etwa 50 Einsatzkräfte im Einsatz, und es mussten 27 Fahrzeuge, darunter Feuerwehr und Rettungsdienst, alarmiert werden. Der Hiltropwall wurde für mehr als zwei Stunden in Fahrtrichtung Osten gesperrt.
Gefahren des Schwefelwasserstoffs
Schwefelwasserstoff ist ein farbloses Gas mit einem beißenden Geruch, das in geringen Konzentrationen wahrgenommen wird. Dank seiner extremen Toxizität kann es schnell zu Gesundheitsgefährdungen führen. Die Geruchsschwelle liegt bei 0,15 mg/m³, und Konzentrationen über 100 ppm können bereits nach kürzester Zeit zur Lebensgefahr werden. Die Giftwirkung beruht unter anderem auf der Umwandlung von Hämoglobin in das nicht funktionsfähige Sulfhämoglobin, was die Atemfunktion lähmt. Bei Anzeichen einer Vergiftung ist es wichtig, sofort frische Luft zu atmen und gegebenenfalls eine künstliche Beatmung durchzuführen.
Schwefelwasserstoff kann in der Natur entstehen, unter anderem durch die Zersetzung schwefelhaltiger organischer Substanz und in Industrieprozessen. Es ist ein Bestandteil in Erdgas, kommt aber auch bei der Zersetzung von schwefelhaltigen Aminosäuren vor, was bedeutet, dass es in verschiedenen alltäglichen Umgebungen auftreten kann. Daher ist die Kenntnis über diesen gefährlichen Stoff für zahlreiche Bereiche besonders relevant, einschließlich der Industrie und der chemischen Forschung.