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Ein bedeutender Tag in Eschwege: Der Stadthistoriker York-Egbert König feiert heute seinen 75. Geburtstag. Seit vielen Jahren engagiert sich König intensiv für die Aufarbeitung der jüdischen Geschichte seiner Heimatstadt, was ihn zu einer zentralen Figur in der Erinnerungskultur macht. Bürgermeister Alexander Heppe lobte sein unermüdliches Engagement, insbesondere das Projekt „Stolpersteine“, welches bis 2018 zur Verlegung von 150 Gedenksteinen vor den Wohnhäusern von durch die Nationalsozialisten Verfolgten führte. In diesem Jahr kamen weitere 30 Steine hinzu, die König ebenfalls recherchiert hat, wie die Werra-Rundschau berichtete.
Ein Leben für die Geschichte
York-Egbert König wurde 1949 in Eschwege geboren und absolvierte dort 1970 sein Abitur. Sein Studium der Mittleren und Neueren Geschichte sowie der historischen Hilfswissenschaften an der Georg-August-Universität in Göttingen bereitete ihn auf seine zukünftige Arbeit im Stadtarchiv und Stadtmuseum Eschwege vor. Gemeinsam mit Karl Kollmann hat er 2012 das Gedenkbuch "Namen und Schicksale der jüdischen Opfer des Nationalsozialismus aus Eschwege" herausgegeben. Dieses Werk dokumentiert die Biografien und Genealogien betroffener Personen, darunter der Journalist Siegfried Bacharach. Diese Informationen wurden auch in der Wikipedia zusammengefasst, die auf sein lebenslanges Engagement für die Stadt- und Regionalgeschichte hinweist.
Neben seiner Arbeit zur jüdischen Geschichte engagiert sich König als Autor und Herausgeber regionalgeschichtlicher Werke. Er ist aktiv im Geschichtsverein Eschwege, dessen „Eschweger Geschichtsblätter“ er mitgestaltet und in denen er jüngst die faszinierende Geschichte der ehemaligen Eschwegerin Lisa Heise aufarbeitete, die einen Briefwechsel mit Rainer Maria Rilke führte. In einer jüngsten Lesung mit der Schauspielerin Rita Russek gelang es ihm, das kulturelle Erbe Eschweges lebendig zu halten und einem breiten Publikum näherzubringen.
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