Nestlé hat am 5. Jänner 2026 einen umfassenden Rückruf mehrerer Säuglingsnahrungsprodukte bekanntgegeben, nachdem Verunreinigungen mit dem Toxin Cereulid festgestellt wurden. Dieses Toxin entsteht durch das Bakterium Bacillus cereus, das im Zusammenhang mit Magen-Darm-Erkrankungen steht. Betroffen sind Pulver und Flüssigkeiten der Marken „Beba“ und „Alfamino“, die in Dosen, Schachteln und Flaschen verkauft werden. Laut Consumer Organisation Foodwatch sollen die belasteten Produkte ursprünglich aus Deutschland stammen und wurden in bis zu 30 Ländern verkauft, was die Reichweite des Problems erheblich vergrößert.

Die österreichischen Behörden entdeckten am 16. Dezember 2025 erste Hinweise auf die Verunreinigungen in Produktproben von Nestlé. Diese Funde wurden anschließend im Rapid Alert System for Food and Feed (RASFF) der EU dokumentiert. Foodwatch kritisierte den Konzern und wies darauf hin, dass Nestlé und deutsche Behörden bereits seit Mitte Dezember 2025 über die Verunreinigungen informiert gewesen sein sollen. Nestlé selbst weist diese Vorwürfe zurück und erklärt, dass ein früherer Rückruf am 10. Dezember lediglich Deutschland nicht betroffen hat.

Reaktion und Vorsichtsmaßnahmen

Immer wieder betont Nestlé, dass trotz der festgestellten Verunreinigungen bisher keine Erkrankungen in Verbindung mit den betroffenen Produkten bekannt sind und dass kein akutes Risiko für Säuglinge besteht. Die nachgewiesenen Konzentrationen des Toxins waren so gering, dass eine Gesundheitsgefährdung ausgeschlossen werden kann. Dennoch empfiehlt Nestlé Eltern dringend, bei Symptomen wie Erbrechen oder Durchfall ärztlichen Rat einzuholen.

Produkte, die in den Rückruf fallen, können ohne Kassenbon zurückgegeben werden, und der Kaufpreis wird vollständig erstattet. Für Fragen steht das Nestlé-Verbraucherservice-Team unter der Telefon-Hotline 0800 23 44 944 bereit, die werktags von 9:00 bis 17:00 Uhr erreichbar ist. Eine weitere Hotline für Verbraucherfragen ist ebenfalls unter +49 (0) 800 2344 944, verfügbar Montag bis Samstag von 8 bis 20 Uhr sowie Sonntag von 8 bis 18 Uhr, aktiviert.

Umfang des Rückrufs

Der Rückruf betrifft mehrere Chargen und Produktionsnummern der betroffenen Produkte, die in Deutschland erhältlich sind. Insbesondere hat Nestlé die Stilllegung der verunreinigten Produkte schnell umgesetzt und zuvor eine stille Rückrufaktion während der Weihnachtsfeiertage eingeleitet. Dies geschah in der Hoffnung, potenzielle Risiken frühzeitig zu minimieren.

Die aktuellen Umstände bringen viele Verbraucher dazu, sich zu fragen, wie ein solcher Vorfall in der Lebensmittelindustrie geschehen kann. Der Vorfall unterstreicht die Notwendigkeit für Unternehmen, regelmäßige Qualitätskontrollen durchzuführen und transparenter über Sicherheitsrisiken zu kommunizieren. Die Diskussion um die Verantwortlichkeit belastet den Ruf des Unternehmens weiter.