Am 19. Jänner 2026 veröffentlicht Oxfam einen alarmierenden Bericht zum Weltwirtschaftsforum (WEF) in Davos, der die zunehmende Vermögensungleichheit weltweit hervorhebt. Demnach besitzen rund 3.000 Milliardärinnen und Milliardäre gemeinsam 18,3 Billionen US-Dollar, was etwa 15,75 Billionen Euro entspricht. Seit 2020 ist ihr Vermögen inflationsbereinigt um mehr als 80 Prozent gestiegen. Während das Vermögen der Superreichen rasant wächst, lebt fast die Hälfte der Menschheit in Armut. Über 4 Milliarden Menschen besitzen zusammen nur 0,52 Prozent des weltweiten Vermögens.

Besonders besorgniserregend ist der Anstieg des Vermögens in den letzten Jahren. Im vergangenen Jahr wuchsen die Besitztümer der Milliardäre um rund 16 Prozent, dreimal schneller als in den Durchschnittsjahren zuvor. Besonders eindrucksvoll: Die zwölf reichsten Personen der Welt haben mehr Geld als die ärmste Hälfte der Menschheit, das heißt mehr als 4 Milliarden Menschen zusammen.

Politische Einflussnahme der Reichen

Oxfam äußert auch Besorgnis über den politischen Einfluss der Milliardäre, der die Demokratie gefährden könnte. Im US-Präsidentschaftswahlkampf investierten 100 milliardenschwere Familien insgesamt 2,6 Milliarden Dollar. Die Wahrscheinlichkeit, dass ein Milliardär ein politisches Amt bekleidet, liegt schätzungsweise 4.000 Mal höher als bei einem normalen Bürger. Zudem sind sieben der zehn größten Medienhäuser teilweise im Besitz von Milliardären, was die Medienlandschaft erheblich beeinflusst.

Elon Musk, der reichste Mann der Welt, ist ein auffälliges Beispiel für diese Ungleichheit. In nur vier Sekunden verdient er so viel wie ein Durchschnittsmensch in einem ganzen Jahr. Um sein Vermögen zu senken, müsste Musk pro Sekunde über 4.500 Dollar verschenken.

Situation in Deutschland

Die Situation ist auch in Deutschland alarmierend. Im Jahr 2025 stieg die Anzahl der deutschen Milliardäre um ein Drittel auf 172. Diese Milliardäre verdienen im Durchschnitt in weniger als eineinhalb Stunden das Jahreseinkommen eines Durchschnittsbürgers. Manuel Schmitt von Oxfam Deutschland betont, dass die Bundesregierung dringend Maßnahmen gegen soziale Ungleichheit ergreifen müsse.

Zusammenfassend lässt sich sagen, dass der Oxfam-Bericht auf eine steigende Kluft zwischen Arm und Reich hinweist und politische Maßnahmen fordert, um die Demokratie und soziale Gerechtigkeit zu schützen. Der Bericht kombiniert Schätzungen von Forbes sowie Daten der Weltbank und des UBS-Weltvermögensreports, um die erschreckende Realität der Vermögensverteilung zu untermauern. Der WEF in Davos wird somit nicht nur zum Schauplatz ökonomischer Diskussionen, sondern auch zum Forum für die dringend benötigten Lösungen gegen die wachsende Ungleichheit.

Weitere Informationen finden Sie in den Berichten von vienna.at, zeit.de und sueddeutsche.de.