ArbeitDeutschlandEuropa

Krankmeldungen im Wandel: Vertrauen statt Misstrauen am Arbeitsplatz!

In Deutschland wird die Diskussion über Krankmeldungen und die steigenden Fehltage immer virulenter. In den letzten Jahren hat sich das System zur Krankmeldung erheblich vereinfacht. Früher war ein Arztbesuch nötig, heute reicht oft ein Anruf aus, um sich krankzumelden. Ein Beispiel hierfür könnte die Mitteilung „Herr Doktor, ich bin erkältet“ sein, gefolgt von einer sofortigen Online-Krankmeldung und der Bestellung eines Rezepts über die digitale Gesundheitskarte. Prominente wie Günther Jauch und Collien Ulmen-Fernandez unterstützen diese neuen Dienstleistungen.

Doch die von den Krankenkassen durchgeführte Untersuchung zeigt, dass diese telefonischen Krankmeldungen nicht zu einem Anstieg der Krankschreibungen führen. Dennoch leidet Deutschland bereits unter einem der höchsten Krankheitsstände in Europa. In der aktuellen wirtschaftlichen Lage, insbesondere in der Automobilindustrie und Baubranche, wird von den Arbeitnehmern gefordert, bei leichten Beschwerden eher zu „zubeißen“ und nicht krankzumachen. Arbeitgeber sollten darauf vertrauen können, dass die Krankmeldungen der Angestellten tatsächlich notwendig sind. Anstatt zu bestrafen oder Geldkürzungen vorzunehmen, sollte ein Umdenken stattfinden, um die Bedeutsamkeit des Jobs zu erkennen.

Anstieg der Fehltage und Ursachen

Laut einer neuen DAK-Studie sind die Fehltage in Deutschland von 2021 auf 2022 um fast 40 Prozent gestiegen. Ein Grund hierfür könnte die Einführung der elektronischen Krankmeldung (eAU) im Jahr 2021 sein, welche den bisherigen „gelben Schein“ ersetzt. Diese neue Methode ermöglicht eine vollumfängliche Erfassung der Krankschreibungen, da viele Meldungen zuvor nicht an die Krankenkassen weitergeleitet wurden. Die DAK-Gesundheit schätzt, dass die Meldequote je nach Diagnose bei rund 60 Prozent oder mehr liegt.

Kurze Werbeeinblendung

Ein Drittel der zusätzlichen Fehltage seit 2022 ist auf verstärkte Erkältungswellen und COVID-19-Infektionen zurückzuführen. Der Ärztepräsident Klaus Reinhardt stellt fest, dass viele Patienten in Praxen mit „banalen Infekten“ erscheinen, die eine Arbeitsunfähigkeitsbescheinigung benötigen. Dies geschieht unter dem Druck vieler Arbeitgeber, bereits am ersten Krankheitstag eine Krankmeldung vorzulegen. Vor diesem Hintergrund wird die Lohnfortzahlung am ersten Krankheitstag, die in Deutschland seit Jahrzehnten gilt, immer wieder diskutiert. Der Vorsitzende der Allianz forderte, diese abzuschaffen, was auf heftige Kritik stieß.

Zusätzlich warnt der Deutsche Gewerkschaftsbund (DGB) vor den negativen Folgewirkungen und Ansteckungsrisiken durch krank zur Arbeit kommende Mitarbeiter. Die DAK berichtete, dass über die Hälfte der Versicherten im Jahr 2023 mindestens eine Krankschreibung hatten, was im Schnitt 20 Fehltage pro Kopf entspricht. Dies zeigt, dass seit der Corona-Pandemie mehr Menschen dazu tendieren, sich bei Infektionen krank zu melden. Die Diskussion über die Notwendigkeit und die Vertrauensbasis in Krankmeldungen wird weiterhin anhalten, da Experten und Politiker eine klare Absage an Forderungen nach Einschränkungen der Lohnfortzahlung erteilen.


- Übermittelt durch West-Ost-Medien

Ort des Geschehens


Details zur Meldung
Was ist passiert?
Gesundheitskrise
In welchen Regionen?
Deutschland
Genauer Ort bekannt?
Ravensburg, Deutschland
Sachschaden
76700000000 € Schaden
Ursache
Covid-19, Erkältungswellen, verändertes Fehlzeitenverhalten, elektronische Krankschreibung
Beste Referenz
schwaebische.de
Weitere Quellen
apotheke-adhoc.de

Ähnliche Artikel

Schaltfläche "Zurück zum Anfang"