Studierende einer Universität waren kürzlich überrascht, als sie Kängurufleisch auf ihren Tellern entdeckten. Die Mensa hatte bestätigt, dass es sich tatsächlich um dieses unkonventionelle Fleisch handelte, was zu einer hitzigen Debatte im Internet führte. Der ungewöhnliche Menüpunkt war ein Zufallsprodukt, da ein Großhändler das Fleisch kurzfristig anbot, nachdem ein anderer Kunde abgesprungen war. Hätte die Mensa das Kängurufleisch nicht erworben, wäre es wahrscheinlich entsorgt worden, wie exxpress.at berichtet.

Kängurufleisch hat in Australien eine lange Tradition und wird dort seit 1959 kommerziell produziert. Es ist nicht nur ein gängiges Lebensmittel, sondern auch als eiweißreiche und nachhaltige Alternative bekannt. Kängurus verursachen wesentlich weniger Methan als Rinder und tragen somit zur Verbesserung der Ökobilanz bei. Jährlich etwa 3 Prozent der geschätzten 50 Millionen Kängurus, die in Australien leben, werden geschossen und zu Fleisch sowie Tierfutter verarbeitet. Dies geschieht unter strengen staatlichen Quoten und von lizenzierten Jägern, um die Bestände zu regulieren und Umweltschäden zu vermeiden.

Vorteile von Kängurufleisch

Der steigende Export von Kängurufleisch, insbesondere nach Europa, ist bemerkenswert. Rund 80 Prozent des exportierten Kängurufleischs landen in Ländern wie Deutschland, Belgien, Dänemark und Frankreich. Diese Nachfrage ist seit dem Ausbruch von Krankheiten wie BSE und Maul- und Klauenseuche bei Rindern gestiegen. Kängurufleisch gilt nicht nur als schmackhaft, sondern hat auch eine günstige Ökobilanz, da es von wildlebenden Tieren stammt, die zum Beispiel weniger CO2 produzieren als ihre domestizierten Verwandten. Zudem ist Kängurufleisch dunkelrot, enthält nur zwei Prozent Fett und ist reich an Nährstoffen wie Eisen, Zink sowie Omega-3-Fettsäuren.

  • Hauptbestandteile von Kängurufleisch:
  • Hoher Eiweißgehalt
  • Geringer Fettanteil (2 %)
  • Reich an Eisen und Zink
  • Quellen für konjugierte Linolsäuren (CLA)

Ein weiterer interessanter Aspekt sind die gesundheitsfördernden Effekte von CLA, die in Kängurufleisch in hohen Mengen vorhanden sind. Forscher haben herausgefunden, dass das Muskelfett der Buschkängurus bis zu fünfmal mehr CLA enthält als das Fett von westaustralischen Schafen. Bislang galten hauptsächlich Milchprodukte und Lamm- sowie Rindfleisch als die reichsten natürlichen Quellen für diese Fettsäure, was Kängurufleisch zu einer wertvollen Ergänzung macht.

In Deutschland ist Kängurufleisch mittlerweile in einigen Fleischereien und großen Supermärkten erhältlich. Es erfreut sich wachsenden Interesses, nicht nur als Lebensmittel, sondern auch als Zutat für Tierfutter. Der trendartige Aufstieg von Kängurusteaks als Qualitätsfleisch ist ein Zeichen des sich verändernden Konsumverhaltens der Menschen, die zunehmend nach nachhaltigen und gesunden Nahrungsmitteln suchen. Diese Aspekte führen dazu, dass Kängurufleisch, trotz seiner ungewöhnlichen Herkunft, immer mehr Beachtung findet und Teil der kulinarischen Diskussion wird.

Die Mensasituation hat somit nicht nur die Geschmäcker der Studierenden herausgefordert, sondern auch ein größeres Bewusstsein für die Vielfalt und Nachhaltigkeit von Lebensmitteln geschaffen. In diesem Sinne könnte der Känguru-Schnitzel-Vorfall mehr als nur ein kulinarisches Experiment sein – er spiegelt auch aktuelle Trends in der Lebensmittelindustrie wider.