Aktuell erlebt Deutschland eine kalte Phase, die den Bedarf an Wärme erheblich erhöht. Diese klirrende Kälte hat das Augenmerk auf die Wärmeversorgung des Landes gelenkt, wobei sich herausstellt, dass Gasspeicher nur mäßig gefüllt sind. Dies unterstreicht eine gewisse Abhängigkeit von Energieimporten. Der Einsatz von erneuerbarer Wärme spielt hierbei eine zentrale Rolle, da er etwa 20 % zur gesamten Wärmeversorgung beiträgt, hauptsächlich aus Holzbrennstoffen, wie oekonews berichtet.

Holzenergie hat sich als die wichtigste erneuerbare Wärmequelle in Deutschland etabliert. Rund 80 % der regenerativen Wärme entfallen auf Biomasse, insbesondere auf Holzbrennstoffe wie Scheitholz, Holzpellets und Holzhackschnitzel. Biomethan und Biogas tragen ebenfalls zur Wärmeversorgung bei und besitzen ein signifikantes Potenzial zur Steigerung ihres Anteils. Vor diesem Hintergrund wird auf eine schnelle Novelle des Erneuerbare-Energien-Gesetzes (EEG) gehofft, um das vielversprechende Potenzial der Bioenergie besser ausschöpfen zu können.

Staatliche Fördermaßnahmen

Im Rahmen von Bundesprogrammen sind die Förderkonditionen für Holzheizungen und die zugehörige Infrastruktur weiterhin attraktiv. Gemeinden sind aufgefordert, ihre lokalen Biomassepotenziale im Zuge der kommunalen Wärmeplanung zu prüfen. Die Bedeutung von Biogas ist nicht zu unterschätzen; seit 2010 hat sich dessen Anteil an der Wärmeversorgung mehr als verdoppelt. Derzeit beheizen circa 400.000 Haushalte und zahlreiche öffentliche Gebäude mit Wärme aus Biogas, und dessen Anteil könnte sich verdoppeln, wenn die 9.000 Biogasanlagen in Deutschland eine sichere Perspektive erhalten, wie bmleh weiter ausführt.

Die Bundesregierung hat kürzlich Änderungen des EEG 2023 beschlossen, um den Biogasanlagenbestand weiterzuentwickeln und die Förderung der flexiblen Verstromung von Biomasse zu optimieren. Dazu gehört die Erhöhung der Ausschreibungsvolumina für Biomasse von rund 2 GW auf etwa 2,8 GW, besonders für die Jahre 2025 und 2026. Auch die Anschlussförderung für Bestandsanlagen wird verlängert. Diese Maßnahmen sollen Anreize für Betreiber von Biogasanlagen schaffen, ihre Investitionen in flexible Strombereitstellung und verbesserte Wärmenetze zu erhöhen.

Potenziale der Biomasse

Deutschland weist bedeutende heimische Biomassepotenziale auf, unter anderem Restholz, Mist, Gülle und Energiepflanzen, die zur Energieversorgung beitragen können. Die Anpassungen im EEG sollen die Rahmenbedingungen für Biogasanlagen ebenfalls verbessern. Dabei könnte die Nutzung heimischer Bioenergie die Energieversorgung nicht nur krisenfester und klimafreundlicher, sondern auch unabhängiger gestalten.

Ergänzend zu den politischen Maßnahmen hat eine Studie über biogene Abfall- und Reststoffe im Energiesystem gezeigt, dass die Potenziale von Biomasse in Deutschland noch weiter erforscht werden. Zahlreiche Forschungsarbeiten haben seit 2004 die Entwicklung einer nachhaltigen Bioenergiestrategie und die Optimierung der Ressourcennutzung thematisiert, was die Relevanz der Biomasse für die Zukunft untermauert, wie in verschiedenen Studien von ifeu dokumentiert ist.