Insolvenz-Schock für Hechinger Sternenbäckerei: Filialen in Gefahr!
Die Sternenbäckerei mit 120 Filialen in Deutschland meldet Insolvenz an. Filialschließungen drohen, Rettungslösungen für einige Standorte in Aussicht.
Insolvenz-Schock für Hechinger Sternenbäckerei: Filialen in Gefahr!
Die deutsche Bäckerei-Landschaft gerät zunehmend in Schwierigkeiten, wie das Beispiel der Sternenbäckerei aus Hechingen eindrücklich zeigt. Dieses Unternehmen, das über 120 Filialen im Bundesgebiet betreibt, hat nun den Insolvenzantrag in Eigenverwaltung gestellt. Besonders bedauerlich für die Firmenangehörigen und die treuen Kunden: Einige Standorte werden bald schließen müssen.
In den letzten Jahren sind die Herausforderungen für Bäckereien in Deutschland erheblich gewachsen. Kleinere und mittelständische Betriebe müssen gegen die starke Konkurrenz großer Ketten und Supermärkte ankämpfen. Diese Probleme haben sich durch die Energiepreiskrise in den letzten Jahren verschärft, was zu einer Reihe von Insolvenzen bei Traditionsbäckereien geführt hat, darunter auch die Sternenbäckerei.
Von der Gründung zur Insolvenz
Im Frühjahr dieses Jahres wurde bereits die Insolvenz in Eigenverwaltung angemeldet, was darauf hinweist, dass das Unternehmen versucht, seine Geschäfte unter eigener Kontrolle zu reorganisieren. Der Hauptsitz in Hechingen wird bis Ende des Jahres die Produktion einstellen, wie der „Schwäbische Zeitung“ zu entnehmen ist. Diese Entscheidung ist ein harter Schlag für die Region, da es unklar bleibt, wie viele Filialen letztendlich dauerhaft geschlossen werden müssen.
Es gibt jedoch auch positive Nachrichten: Die Filialen in Gera (Thüringen) und Spremberg (Brandenburg) könnten möglicherweise gerettet werden. Ein Investor zeichne sich ab, der die Verantwortung für die Standorte übernehmen könnte. In Gera betreibt die Sternenbäckerei drei Niederlassungen; in Spremberg sind es zwei. Dieses Anzeichen eines Verkaufs könnte Hoffnung für die betroffenen Mitarbeiter und die örtlichen Kundschaft darstellen.
Die Sternenbäckerei hat eine lange Geschichte – die erste Niederlassung wurde bereits 1766 gegründet. Über die Jahre hat sich das Unternehmen zu einem größeren Betrieb mit mehr als 1000 Mitarbeitern entwickelt. Viele von diesen Mitarbeitern stehen jetzt vor einer unsicheren Zukunft, während die Geschäftsführung darum kämpft, durch die Insolvenzansprüche eine Art Neuanfang zu wagen.
Eine Branche unter Druck
Die Schwierigkeiten der Sternenbäckerei sind jedoch kein Einzelfall. Der Zentralverband des Deutschen Bäckerhandwerks dokumentiert seit 2013 einen Rückgang der Betriebszahlen im Bäckereihandwerk. Im Jahre 2013 gab es noch 13.171 Bäckereien, während es 2023 nur noch 9.242 Betriebe gab. Diese Abnahme wird durch sinkende Beschäftigtenzahlen weiter verstärkt, was vor allem für den Bereich der Auszubildenden erschreckend ist. Wo einst mehr als 23.000 Lehrlinge in der Branche tätig waren, sind es 2023 nur noch knapp 10.000.
Die allgemeine wirtschaftliche Situation in Deutschland trägt zusätzlich zur angespannten Lage der Bäckereien bei. Die Wirtschaft steuert auf eine Rezession zu, und die Unternehmensberatung Falkensteg meldet steigende Insolvenzzahlen in verschiedensten Sektoren. Während sich die Gesamtzahl der Insolvenzen im zweiten Quartal 2024 leicht abgeschwächt hat, bleibt die Anzahl der Großinsolvenzen auf einem besorgniserregend hohen Niveau. Besonders betroffen sind neben Bäckereien auch Automobilzulieferer und Unternehmen aus dem Einzelhandel.
Die Perspektiven für die Bäckereien sind daher düster. Angesichts der aktuellen wirtschaftlichen Rahmenbedingungen wird sich zeigen müssen, ob die Sternenbäckerei und andere ähnliche Betriebe den Herausforderungen der Zukunft gewachsen sind oder ob sie in einem zunehmend umkämpften Markt untergehen werden. Für eine detaillierte Betrachtung des Falls, siehe den Bericht auf www.merkur.de.