Herxheim: Neue Stolpersteine erinnern an jüdisches Schicksal im Dorf
In Herxheim wurden am 9. November drei neue Stolpersteine verlegt, um an die Verfolgung jüdischer Bürger durch die Nazis zu erinnern.
Herxheim: Neue Stolpersteine erinnern an jüdisches Schicksal im Dorf
In Herxheim wird die Erinnerung an die jüdischen Bürger, die unter dem Nazi-Regime litten, durch drei neue Stolpersteine lebendig gehalten. Diese bewegende Gedenkveranstaltung fand am 9. November statt, dem Jahrestag der Reichspogromnacht, und zog rund 80 Teilnehmer an, die sich am Synagogenstein versammelten – dem letzten Überbleibsel der einst blühenden jüdischen Gemeinde.
Der Vorsitzende des Herxheimer Heimatvereins, Klaus Eichenlaub, begrüßte die Anwesenden und betonte die Bedeutung des Gedenkens an die dunkle Vergangenheit. „Gut, dass Sie den Weg hierher gefunden haben“, sagte er und erinnerte an die schrecklichen Schicksale der jüdischen Mitbürger, die während der Pogrome vor 86 Jahren verfolgt, vertrieben und ermordet wurden. Die Stolpersteine, die nun vor den letzten Wohnhäusern der Vertriebenen verlegt wurden, sind ein starkes Zeichen gegen den wiedererstarkten Antisemitismus in der heutigen Gesellschaft.
Die bewegenden Geschichten der Stolpersteine
Der erste Stolperstein erinnert an Sara Lina Haas, die 1938 mit ihrem Sohn Hugo und ihrer Schwiegertochter aus ihrem Haus vertrieben wurde. Verbandsbürgermeister Christian Sommer übernahm die Patenschaft für diesen Stein. Nach ihrer Vertreibung fand die Familie nur kurzfristig Unterschlupf in verschiedenen Städten, bevor sie ins Internierungslager Gurs deportiert wurde, wo sie nur einen Monat überlebte.
Der zweite Stein, der an Josef Anschel erinnert, wurde vor seinem ehemaligen Schuhgeschäft verlegt. Anschel, ein Schuhmacher aus Essen, wurde nach der Pogromnacht ins KZ Dachau deportiert, kehrte jedoch nach neun Wochen aufgrund seiner Kriegserfahrungen zurück. Er fand schließlich Zuflucht bei einem evangelischen Pfarrer und eröffnete nach dem Krieg erneut ein Geschäft.
Der dritte Stolperstein ehrt Paul Engel, der während des Ersten Weltkriegs für seine Tapferkeit ausgezeichnet wurde. Nach seiner Rückkehr aus dem KZ Dachau emigrierte er mit seiner Familie in die USA. Engel war auch ein leidenschaftlicher Fußballer und Ehrenvorsitzender des SV Viktoria Herxheim. Der Verein übernimmt die Patenschaft für seinen Stolperstein, um das Andenken an diesen engagierten Sportler zu bewahren.