Großübung Silence 25 in Tulln: Bereit für den Blackout?
Am 24.11.2025 findet in Tulln die Blackout-Übung „Silence 25“ statt, um Krisenmanagement und Kommunikation zu verbessern.

Großübung Silence 25 in Tulln: Bereit für den Blackout?
Am 24. November 2025 findet die bundesweite Blackout-Übung „Silence 25“ unter der Leitung des Bundesministeriums für Inneres statt. In Niederösterreich wird die Übung im Feuerwehr- und Sicherheitszentrum NÖ in Tulln durchgeführt. An diesem bedeutenden Event beteiligen sich nicht nur Einsatzorganisationen, sondern auch Infrastrukturbetreiber, Fachabteilungen des Landes und landesnahe Einrichtungen. Landeshauptfrau Johanna Mikl-Leitner betont die zentrale Rolle der Übung für die Verbesserung von Abläufen und der Kommunikation im Krisenfall.
„Silence 25“ adressiert ein Blackout-Szenario, das als große Herausforderung angesehen wird, die alle Lebensbereiche betrifft, einschließlich Gesundheit, Bildung, Wirtschaft, Verkehr und Haushalte. Mikl-Leitner sieht in der Übung ein Zeichen von Stärke und nicht von Angst, da sie dazu dient, Schwachstellen zu identifizieren und zu beheben. Die Investitionen in das Krisen- und Katastrophenschutzmanagement sind, laut ihrer Aussage, essenziell, um Chaos zu vermeiden und Menschenleben zu retten. Sie bedankt sich ausdrücklich bei den Mitgliedern des Krisenstabs für deren Expertise und Engagement.
Übungsannahme und Herausforderungen
Innenminister Gerhard Karner hebt die Wichtigkeit solcher Übungen für die Sicherheit der Bevölkerung hervor. Stefan Kreuzer, Abteilungsleiter-Stellvertreter der Abteilung Feuerwehr und Zivilschutz, gibt einen Überblick über die Übungsannahme. Diese simuliert eine Sommerwetterlage mit schweren Unwettern. Zu den Szenarien zählen unter anderem eingeschlossene Personen in Liftanlagen, liegengebliebene Züge sowie Sonderlagen in Kliniken sowie Pflege- und Betreuungszentren.
Ebenfalls wichtig ist das LÜKEX-Format, welches für Länder- und ressourcübergreifende Krisenmanagementübungen steht. Diese regelmäßig in Deutschland stattfindende Übung zielt darauf ab, das gemeinsame Krisenmanagement von Bund und Ländern, einschließlich Hilfsorganisationen und kritischen Infrastrukturunternehmen, zu verbessern. Die Übungen werden vom Bundesministerium des Inneren und für Heimat in Zusammenarbeit mit dem Bundesamt für Bevölkerungsschutz und Katastrophenhilfe koordiniert, um eine fiktive Krisensituation zu schaffen.
Die Bedeutung von Krisenmanagement und Resilienz
Die Diskussion um Blackouts hat durch verschiedene Faktoren, wie etwa den Krieg in der Ukraine, an Dringlichkeit gewonnen. Eine Studie des Deutschen Bundestags aus dem Jahr 2010 zeigt, dass ein großflächiger Stromausfall, der über zwei Wochen anhält, einen „Kollaps der gesamten Gesellschaft“ verursachen könnte. Nach wenigen Tagen in einem solchen Szenario wäre die Versorgung der Bevölkerung nicht mehr sicher, was die öffentliche Sicherheit gefährden würde.
Obwohl die Wahrscheinlichkeit eines Blackouts allgemein als gering eingeschätzt wird, ist das Risiko gestiegen. Daher ist ein gesamtgesellschaftliches Risikobewusstsein fundamental. Der Bevölkerungsschutz in Deutschland ist gut strukturiert und umfasst Bund, Länder und Kommunen. Notfallpläne für Blackouts wurden bereits vor über zehn Jahren entwickelt, und der Bevölkerung wird geraten, Eigenvorsorge für 72 Stunden zu treffen. Dies kann durch den Einsatz von Netzersatzanlagen und Notstromaggregaten, die vom Technischen Hilfswerk und anderen Organisationen bereitgestellt werden, unterstützt werden.
Die Nationale Resilienzstrategie sowie die Nationale Sicherheitsstrategie sollen die gesamtgesellschaftliche Resilienz stärken, und ein KRITIS-Dachgesetz wird für 2024 erwartet, um den Schutz kritischer Infrastrukturen weiter zu verbessern. In diesem Kontext ist die Durchführung von Übungen wie „Silence 25“ ein entscheidender Bestandteil zur Vorbereitung auf mögliche Krisensituationen und zur Stärkung der Sicherheitsstrukturen in der Gesellschaft.