Die Polizei Hessen hat am 16. Jänner 2026 ein neues Foto des vermissten achtjährigen Noah veröffentlicht, der seit Mittwochmorgen aus Frankfurt vermisst wird. Noah wurde von einem Fahrdienst vor seiner Schule im Bahnhofsviertel abgesetzt, erschien jedoch nicht im Unterricht. Stattdessen wurde nur sein auffälliger Schulranzen mit Astronautenmotiven in der Nähe der Schule gefunden. Das neue Bild des Jungen, das „mit hoher Wahrscheinlichkeit nach seinem Verschwinden“ aufgenommen wurde, soll die Suche unterstützen.
Ermittlungen zur Klärung von Noahs Verbleib konzentrieren sich auf sein familiäres Umfeld. Die Polizei geht davon aus, dass Noah sich bei seiner Mutter befindet, die kürzlich das Sorgerecht durch das Jugendamt verlor und ebenfalls vermisst wird. Derzeit ist unklar, wo sich Mutter und Kind genau aufhalten, jedoch vermutet die Polizei, dass sie sich im Rhein-Main-Gebiet aufhalten könnten. Aus diesem Grund wurde auch die Fahndung am Frankfurter Flughafen eingeleitet, da die Mutter brasilianische Wurzeln hat.
Intensive Polizeiarbeit
Rund 150 Polizeibeamte sind in die Suche nach Noah involviert und arbeiten eng zusammen, um Hinweise zu sammeln und Sichtungen zu prüfen. Videoaufnahmen aus dem Umfeld der Schule werden derzeit ausgewertet, um mögliche Spuren zu verfolgen. Polizeiboote durchsuchen den Bereich rund um den Main, nur wenige hundert Meter von Noahs Schule entfernt. Neben der Streifenpolizei sind auch die Kriminalpolizei und die Wasserschutzpolizei im Einsatz. Ein Helikopter und Personenspürhunde unterstützen ebenfalls die Ermittlungen.
Die bekanntesten Anlaufstellen von Noah wurden ebenfalls abgeklopft. Die Polizei bittet die Bevölkerung um Mithilfe: Wer Noah in Begleitung einer Frau gesehen hat, wird aufgefordert, sich unter der Telefonnummer +49 69 755 51199 oder bei der nächsten Polizeidienststelle zu melden. Neben seinem blauen Schulranzen trug Noah zuletzt einen beigen Pullover, eine helle Hose, eine schwarze Daunenjacke und eine grün-gelb-blaue Pudelmütze.
Hintergrund zu Sorgerechtsentzügen
Die Situation von Noah wirft auch Fragen über das Sorgerecht auf, das durch das Jugendamt angefochten wurde. Laut aktuellen Daten kamen 2024 in Deutschland Familiengerichte 22.568 Mal zur Abwendung einer Kindeswohlgefährdung zu Wort. In 15.168 Fällen wurde ein vollständiger oder teilweiser Entzug des Sorgerechts angeordnet, wobei 74 % der Sorgerechtsentzüge Kinder unter 14 Jahren betrafen. Diese Statistiken verdeutlichen, wie ernst die Lage für Kinder in prekären familiären Verhältnissen sein kann.
Um den Fall Noah und seine Mutter zu lösen, ist es wichtig, dass alle Informationen und Hinweise gesammelt und ernst genommen werden. Die Polizei wird weiterhin intensiv nach dem vermissten Jungen suchen und ruft die Bevölkerung zur Mithilfe auf.
Für weitere Informationen zu Noahs Fall, siehe: Vol.at, Tagesschau und Destatis.