Am frühen Morgen des 7. Jänner 2026 ereignete sich in Ingolstadt, Bayern, ein verheerender Großbrand in einer Lagerhalle am Auweg. Die Alarmierung erfolgte um 4:50 Uhr, als die Feuerwehr mit dem Ernst der Lage konfrontiert wurde: Eine etwa 1200 m² große Halle stand in Vollbrand. Das Feuer breitete sich rasch aus, und mehrere Explosionen von angrenzenden Gasdruckbehältern sorgten für zusätzliche Gefahr und massive Herausforderungen bei den Löschmaßnahmen. Feuerwehrleute mussten umgehend Maßnahmen ergreifen, um ein Übergreifen des Feuers auf benachbarte Gebäude zu verhindern. Aufgrund der Gefährdung wurde die Alarmstufe auf „B 5“ erhöht.
Um die Flammen zu bekämpfen, griff die Feuerwehr auf mehrere Wasserquellen zurück, die teils mehrere hundert Meter entfernt waren. Zudem wurden weitere Freiwillige Feuerwehren nachalarmiert, um die Einsatzkräfte zu unterstützen. Mit erheblichem Personalaufwand waren etwa 130 Feuerwehrleute, bestehend aus Mitgliedern der Berufsfeuerwehr sowie zehn Freiwilligen Feuerwehren, vor Ort. Auch eine Drehleiter der Staatlichen Feuerwehrschule Regensburg wurde zur Wachbesetzung angefordert. Bei den Löschmaßnahmen kamen mehrere C- und B-Rohre zum Einsatz, weiterhin waren bis zu vier Drehleitern aufgestellt.
Lebensrettende Maßnahmen und Evakuierung
Um die Sicherheit der Anwohner zu gewährleisten, wurde eine angrenzende Prostitutionsstätte vorsorglich evakuiert. Der Rettungsdienst war ebenfalls anwesend, um die Einsatzkräfte abzusichern. Glücklicherweise gab es lediglich eine leicht verletzte Feuerwehrkraft, die nach ambulanter Versorgung ihren Dienst fortsetzen konnte. Weitere Verletzte wurden nicht gemeldet. Die Polizei war mit mehreren Streifen vor Ort und unterstützte die Straßensperrung des Auwegs, während die Bevölkerung etwa bis 11:30 Uhr vor den gefährlichen Rauchgasen gewarnt wurde.
Boxenstopps für die Löschmaßnahmen waren notwendig, um die aufwändigen Maßnahmen zur Erreichung aller Brandherde zu koordinieren. Um 15:30 Uhr konnte die Feuerwehr melden, dass das Feuer unter Kontrolle war. Während dieser Phase unterstützte das Technische Hilfswerk beim Abriss einer nicht mehr tragenden Mauer, um die Sicherheit der Einsatzkräfte weiter zu erhöhen. Nach Abschluss der Löschmaßnahmen wurden nur wenige Einsatzkräfte für die Nachlöscharbeiten benötigt, und ein vorläufiges Ende des Einsatzes wurde für den späten Nachmittag erwartet. Dennoch bleibt die Kontrolle der Einsatzstelle im Fokus, und die Polizei hat Ermittlungen zur Brandursache sowie zur Schadenshöhe aufgenommen.
Risikomanagement und Statistik
Beim Einsatz an solchen Brandstellen ist das Risiko durch Druckgasbehälter, wie etwa Flüssiggas- und Acetylenflaschen, nicht zu verachten. Diese Behälter können bei starker Erwärmung explodieren, was in der Vergangenheit bereits zu schweren Verletzungen der Einsatzkräfte geführt hat. Die Deutsche Gesetzliche Unfallversicherung (DGUV) hat deshalb spezifische Handlungsempfehlungen ausgearbeitet, um das Risiko zu minimieren. Diese Empfehlungen erhalten auch wichtige Hinweise zum Umgang mit erhitzten Behältern während eines Brandeinsatzes und sind Teil neuester Publikationen der DGUV, die in der Publikationsdatenbank verfügbar sind. Dies zeigt einmal mehr, wie wichtig präventive Maßnahmen und Weiterbildung für die Feuerwehrleute sind, um sie für Einsätze wie in Ingolstadt gut zu wappnen.
Darüber hinaus ist die vfdb-Brandschadenstatistik ein entscheidendes Instrument zur Risikobewertung in Deutschland. Sie sammelt und bewertet Daten von Brandereignissen, um fundierte Fakten für Entscheidungen im Brandschutz zu liefern. Durch die Erfassung über 5.000 Gebäudebrandeinsätze in den letzten Jahren können Feuerwehr und Behörden gezielte Strategien entwickeln, um die Sicherheit der Bevölkerung dauerhaft zu gewährleisten. Die Bedeutung statistischer Daten wird eindringlich, wenn man die aktuellen Herausforderungen im Brandschutz in Deutschland in Betracht zieht, insbesondere im Hinblick auf moderne Risiken.
Insgesamt stellt der Großbrand in Ingolstadt einmal mehr die Notwendigkeit heraus, sowohl vorbeugende als auch abwehrende Brandschutzmaßnahmen zu implementieren, um zukünftige Einsätze zu optimieren und die Sicherheit der Bürger sowie der Einsatzkräfte zu garantieren.