
Eine bedeutende Operation internationaler Ermittlungsbehörden hat zur Zerschlagung einer Plattform für kinderpornografisches Material im Darknet geführt. Bayerische Ermittler entdeckten die Streamingplattform "Kidflix", die weltweit 1,8 Millionen registrierte Nutzer zählte. Diese Operation, die von Europol koordiniert wurde, umfasste Razzien in 31 Ländern und führte zur Identifizierung von fast 1.400 Verdächtigen. In Deutschland ermitteln die Behörden gegen 103 Personen, darunter Passive und Aktive Nutzer der Plattform.
Die Ermittlungen gegen "Kidflix" laufen seit 2022. Dabei wurde der Zugang zur Plattform durch Registrierung und Bezahlung mit Kryptowährungen ermöglicht. Über 91.000 Videos waren auf der Plattform verfügbar, deren Gesamtlaufzeit 6.288 Stunden beträgt. Im Durchschnitt wurden dreieinhalb Videos pro Stunde neu hochgeladen. Der Anstieg der Nutzerzahlen war alarmierend, mit rund 190.000 neuen Registrierungen zwischen April 2022 und dem jetzigen Zeitpunkt. Trotz der hohen Anzahl von Nutzern konnten die Ermittler weltweit 1.393 Tatverdächtige identifizieren. Diese Identifizierungen waren besonders herausfordernd, da viele Nutzer versuchen, ihre Identität durch Verschleierungstechniken zu schützen.
Koordiniert durch Europol
Die Koordination und Durchführung der Razzien erfolgte durch Europol, das auch über 79 Festnahmen weltweit meldete. In Deutschland fanden 96 Durchsuchungen in 13 Bundesländern statt, während in Bayern neun Durchsuchungen bei verschiedenen Tatverdächtigen durchgeführt wurden. Diese Umsetzungen erfolgten in Städten wie Augsburg, München und Nürnberg, wo insgesamt zwölf Tatverdächtige wohnhaft sind.
Besonders schwerwiegende Fälle wurden in Nordrhein-Westfalen, Brandenburg und Sachsen dokumentiert, wo mehrere Kinder in Obhut genommen werden mussten. Ein 30-jähriger Mann, der am 24. Januar 2025 festgenommen wurde, soll kinderpornografisches Material konsumiert haben. Zwei minderjährige Kinder aus seinem Haushalt wurden daraufhin dem Jugendamt übergeben.
Zukünftige Ermittlungen und Herausforderungen
Die Ermittlungen gegen die Betreiber der Plattform dauern weiterhin an. Trotz intensiver Arbeit der Ermittlungsbehörden blieb der Betreiber bislang unidentifiziert. Die Nachverfolgung der Bezahlwege, insbesondere bei der Nutzung von Kryptowährungen und Mixing-Diensten, war eine zentrale Herausforderung im Prozess.
Insgesamt verdeutlicht dieser Fall die anhaltenden Bemühungen gegen den sexuellen Missbrauch von Kindern im Internet. Die Operation ist Teil einer breiteren Initiative, die sich auf die Bekämpfung des sexuellen Missbrauchs von Kindern im Internet konzentriert, an der sich vom 10. bis 23. März 2025 insgesamt 38 Staaten beteiligten, um Informationen auszutauschen und koordiniert vorzugehen. Während die Plattform "Kidflix" mittlerweile abgeschaltet ist, bleiben die Ermittler engagiert, um alle Verantwortlichen zu identifizieren und zur Rechenschaft zu ziehen.
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