In der Nacht auf den 25. Jänner 2026 brach ein verheerender Brand in einem Schweinestall in Detligen, Schweiz, aus. Gegen 3.00 Uhr meldete die Kantonspolizei Bern den Einsatzort an der Straße „Ostermanigen“, wo die Feuerwehr rasch eintraf und starke Flammen sowie eine erhebliche Rauchentwicklung vorfand. 73 Einsatzkräfte der Regio Feuerwehr Aarberg und Feuerwehr Lyss verhinderten Schlimmeres und konnten das Feuer schnell unter Kontrolle bringen und löschen.
Leider mussten die Einsatzkräfte den Tod von zwei Schweinen und 21 Ferkeln bestätigen. Glücklicherweise überlebten weitere Tiere in den umliegenden Ställen. Der Stall selbst erlitt schwere Beschädigungen, weshalb die Kantonspolizei Bern nun Ermittlungen zur Brandursache und zum Sachschaden aufgenommen hat. Während des Einsatzes wurden vorsorglich zwei Personen und fünf Feuerwehrangehörige von einem Ambulanzteam kontrolliert, es gab jedoch keine Verletzten oder Hospitalisierungen. Die Straße „Ostermanigen“ blieb bis kurz vor 6.00 Uhr vollständig gesperrt.
Stallbrände als ernstes Problem
Brandereignisse in Stallungen sind kein Einzelfall. Laut einem Bericht von NDR sind Stallbrände in Deutschland vor allem in Norddeutschland häufig. Am 15. Juli 2025 beispielsweise starben in einem Brand in einem Schweinestall in Melle 580 Tiere. Die Feuerwehr war mit 200 Einsatzkräften vor Ort und das Feuer breitete sich von einem Dachstuhl aus. Auch in der Vergangenheit gab es tragische Vorfälle, wie den Brand einer Schweinezuchtanlage in Alt Tellin im Jahr 2021, bei dem über 50.000 Tiere ums Leben kamen.
Ein Grund für die häufigen Brände ist der hochriskante Charakter moderner Tierhaltung, der weniger Wert auf Brandschutz legt, um Kosten zu sparen. Technische Defekte, Kurzschlüsse und die Nutzung brennbarer Materialien in Stallkonstruktionen erhöhen die Gefahr enorm. Die Albert Schweitzer Stiftung weist darauf hin, dass jährlich über hunderttausend Tiere bei Stallbränden verenden, wobei in vielen Fällen keine umfassende Dokumentation über die Ursachen vorliegt.
Kritik und Handlungsbedarf
Landwirte und Tierschützer fordern dringend Reformen im Brandschutz und in der Tierhaltung. Die Landwirtschaftsministerien in verschiedenen Bundesländern, wie beispielsweise Niedersachsen, planen Maßnahmen zur Verbesserung des Brandschutzes, die jedoch häufig nur für neue und große Umbauten gelten. In vielen Fällen sind die wirtschaftlichen Bedingungen für umfassende Brandschutzmaßnahmen nicht gegeben, da viele Landwirte diese als unrentabel betrachten.
Der Umgang mit Tieren während eines Brandes ist problematisch, da viele Tiere instinktiv zurück in die Ställe laufen, anstatt den Ausgang zu suchen. Zudem sind die Bewegungsmöglichkeiten der Masttiere oft stark eingeschränkt, was ihre Rettung durch die Feuerwehr zusätzlich erschwert. Bei einem Brand sind schnell rettende Maßnahmen gefragt, um das Leid der Tiere zu minimieren. Es gibt einen dringenden Bedarf an politischen Maßnahmen, die über einfache Vorschriften hinausgehen und auch die Bedingungen in der Massentierhaltung überdenken müssen.