Lichtenhagen. In der beschaulichen Gemeinde Friedland, genauer gesagt in Lichtenhagen, herrscht Funkstille! Wer hier ankommt, sollte seine wichtigen Telefonate besser vorher erledigen, denn der Handyempfang ist fast nicht existent. Trotz des Gewinns bei der Telekom-Aktion „Wir jagen Funklöcher“ im Jahr 2020 bleibt das Smartphone stumm. Lichtenhagen trägt weiterhin zur miserablen Mobilfunkabdeckung des Landkreises Göttingen bei, der laut Bundesnetzagentur zu den Schlusslichtern in Niedersachsen zählt. Was ist da los?
Ortsbürgermeisterin Anni Dembke (SPD) zeigt sich frustriert über die schleppenden Fortschritte. „Es geht voran, nur unheimlich langsam“, sagt sie und zeigt auf einen roten Aktenordner, der voll mit Dokumenten zur geplanten Antenne ist. Der Mast, der seit Jahren in Planung ist, soll auf dem Grundstück von Familie Wollenweber errichtet werden. Ein Vertrag wurde bereits im Februar 2021 unterzeichnet, doch wann der Bau endlich beginnt, bleibt ungewiss. „Es soll ein Funkturm kommen, nur wann, weiß keiner“, erklärt Dembke. Die Geduld der Bürger wird auf eine harte Probe gestellt, denn die Handys bleiben weiterhin stumm, abgesehen von wenigen Ausnahmen.
Baugenehmigungsverfahren zieht sich in die Länge
Der Sprecher der Deutschen Funkturm GmbH, Benedikt Albers, gibt einen Einblick in die Gründe für die Verzögerungen: „In Deutschland dauert es aktuell etwa zwei bis vier Jahre, bis ein neuer Mobilfunkmast geplant, genehmigt, gebaut und ans Netz angeschlossen ist.“ Der Bauantrag für Lichtenhagen wurde bereits im Februar 2023 eingereicht, doch zusätzliche Auflagen und Genehmigungen, insbesondere vom Gewerbeaufsichtsamt und der Bundeswehr, verzögern den Prozess. „Wir hoffen, dass wir zeitnah die Baugenehmigung erhalten“, so Albers.
Die Enttäuschung über die Situation ist groß. „Wir wollen doch einfach nur den Funkmast“, betont Dembke. Die Geduld der Bürger wird auf eine harte Probe gestellt. Doch es gibt Hoffnung: Ein weiterer Funkmast könnte in der Nähe im Reinhäuser Forst entstehen, der nicht nur das Waldgebiet, sondern auch Lichtenhagen mit Empfang versorgen soll. „Wenn der Mast kommt, dann hast Du hier Empfang“, sagt Kube optimistisch. Doch wann das sein wird, bleibt ungewiss.