William Stevenson, ein 77-jähriger Mann aus Wilmington, Delaware, wurde wegen des ersten Grades Mordes an seiner 64-jährigen Ehefrau Linda Stevenson angeklagt. Diese Nachricht wurde von der New Castle County Polizei verkündet, die Stevenson am 28. Dezember 2022 nach einem häuslichen Streit in seinem Wohnhaus festnahm. Bei ihrem Eintreffen fanden die Beamten Linda Stevenson bewusstlos im Wohnzimmer vor; trotz Wiederbelebungsversuchen wurde sie später für tot erklärt. William Stevenson, der keine Kaution von 500.000 Dollar zahlen konnte, wurde nach einer Anhörung in Haft genommen, wie vienna.at berichtet.
Die Umstände, die zu diesem tragischen Vorfall führten, sind bislang unklar. Die Ermittlungen wurden über mehrere Wochen vom Delaware Department of Justice durchgeführt, jedoch wurde kein Motiv für den mutmaßlichen Mord veröffentlicht. Medienberichten zufolge wird auch die Vergangenheit von Stevenson, insbesondere seine frühere Ehe mit Jill Biden, thematisiert, was seine Tochter Christine Mae frustriert. Sie wünscht sich, dass der Fokus stärker auf das Leben und die Charakterzüge ihrer Mutter gelegt wird, die als familiär, als Buchhaltungsunternehmerin tätig und leidenschaftliche Philadelphia Eagles-Fanin beschrieben wird, wie apnews.com darlegt.
Hintergrund zur Beziehung und zu häuslicher Gewalt
William Stevenson war von 1970 bis 1975 mit Jill Biden verheiratet, bevor sie sich scheiden ließen und Jill Biden 1977 Joe Biden heiratete. In ihrem 2019 veröffentlichten Memoir reflektierte Jill Biden über die Herausforderungen ihrer früheren Ehe und die schwierige Entscheidung zur Trennung. Stevenson, der in den 1970er Jahren das Stone Balloon, einen bekannten Musikveranstaltungsort in Newark, Delaware, gründete, äußerte sich in einem Interview von 2024 kritisch über Jill Biden und gab zu verstehen, dass ihre Scheidung konfliktbehaftet war.
Die Problematik der häuslichen Gewalt, die in diesem Fall tragisch zur Eskalation führte, ist ein weit verbreitetes gesellschaftliches Thema. Laut dem Bundeslagebild „Häusliche Gewalt“ aus 2024 wurden in Deutschland 171.069 Personen Opfer von Partnerschaftsgewalt, wobei Frauen in 80% der Fälle betroffen sind. Die Zahl der Opfer von innerfamiliärer Gewalt zeigt einen besorgniserregenden Anstieg von 7,3% im Vergleich zum Vorjahr, wobei Kinder zwischen 6 und 14 Jahren besonders gefährdet sind. In der Berichterstattung über Verbrechen dieser Art wird oft die Dunkelziffer der nicht angezeigten Fälle angesprochen, die laut Umfragen bei unter 5% liegt, wie im Dokument des Bundeskriminalamts beschrieben, das auf bka.de verfügbar ist.
Das Schicksal von Linda Stevenson wirft weiterhin ein Licht auf die komplexe und oft schmerzhafte Realität häuslicher Gewalt, die viele Gesichter hat, und die Wichtigkeit von Unterstützungsangeboten in schwierigen familiären Situationen. Die Tragödie ihrer Ermordung darf nicht nur als Einzelfall betrachtet werden, sondern als integraler Bestandteil der Diskussion um häusliche Gewalt in der gesamten Gesellschaft.