EU beschließt Aus für russisches Gas: Kompletter Stopp bis 2027!
Die EU einigt sich auf den Verzicht auf russisches Gas bis 2027, um Energieautonomie und Sicherheit während des Ukraine-Kriegs zu gewährleisten.

EU beschließt Aus für russisches Gas: Kompletter Stopp bis 2027!
Die Europäische Union hat sich auf einen historischen Kurswechsel in der Energiepolitik verständigt. Bis spätestens Ende 2027 soll die EU vollständig unabhängig von russischem Erdgas werden. Diese Einigung wurde über die letzten Monate vor dem Hintergrund des Ukraine-Kriegs erzielt und kippt die bisherige Energieabhängigkeit von Russland. Der EU-Rat hatte bereits Ende Oktober 2025 beschlossen, die Gasimporte aus Russland schrittweise einzustellen und diese völlige Abkehr von russischer Energie zu umfassend regeln.
Gemäß den neuen Bestimmungen wird die Einfuhr von Erdgas über Pipelines bis spätestens 1. November 2027 vollständig eingestellt. Für Binnenländer, wie Ungarn und die Slowakei, wird es jedoch eine Ausnahme geben: Sie dürfen, sofern kurzfristige Verträge bestehen, zwei Monate länger Erdgas aus Russland beziehen. Ein zusätzliches Importverbot für russisches Flüssigerdgas (LNG) soll ab Januar 2027 gelten, was im Einklang mit dem angekündigten 19. Sanktionspaket der EU steht. Diese Schritte zielen darauf ab, die Finanzierung des Ukraine-Kriegs zu erschweren und eine rechtliche Sicherheit für die Mitgliedstaaten zu schaffen. Vienna.at berichtet, dass die neuen Regelungen bestehende Sanktionen ergänzen sollen.
Öl- und Uranimporte in der Fokus
Da es nur Ungarn und die Slowakei sind, die weiterhin Rohöl aus Russland beziehen, plant die EU-Kommission, einen Ausstiegsplan für diese beiden Staaten bis Ende 2027 vorzulegen. In den Hintergrund dieser Maßnahmen ist auch die Tatsache eingebettet, dass Russland weiterhin Milliardengewinne mit seinen Energielieferungen an die EU erzielt. Im Jahr 2024 importierte die EU 52 Milliarden Kubikmeter Gas aus Russland, was etwa 20% aller Einfuhren ausmachte. Zudem wurden 13 Millionen Tonnen Rohöl und mehr als 2.800 Tonnen Uran importiert. Der Wert der Gasimporte aus Russland betrug 15,6 Milliarden Euro, was deutlich niedriger war als die 19,1 Milliarden Euro an Gas aus den USA.
Die Europäische Kommission hat zudem geäußert, dass der Verzicht auf russisches Gas kein Risiko für die Versorgungssicherheit darstellt. Die Verbraucher in der EU sollen sich keine großen Sorgen um steigende Gaspreise machen müssen, da die Energiemärkte stabil bleiben können. Tagesschau berichtet, dass die Einigung jedoch noch der formalen Bestätigung durch das Europäische Parlament und die Mitgliedstaaten bedarf.
Ökonomische Auswirkungen und Unsicherheiten
Die Bundesbank hat in ihrem Monatsbericht die gesamtwirtschaftlichen Folgen eines vollständigen Energieembargos gegen Russland analysiert. Die Ergebnisse zeigen, dass das reale BIP in Deutschland bis zu 5% niedriger ausfallen könnte, verglichen mit den vorherigen Prognosen. Die Inflation könnte über mehrere Jahre hinweg höher sein, insbesondere durch steigende Energiepreise. Im Jahr 2024 könnten die Erdgaspreise erheblich steigen, während die Ölpreise möglicherweise über 170 US-Dollar pro Fass ansteigen könnten. Diese Entwicklungen gefährden den Einkommensspielraum der Haushalte und könnten das Wachstum der Wirtschaft weiter schwächen.
Zusätzliche Unsicherheiten bestehen hinsichtlich der Auswirkungen auf den Handel, die Investitionen und den privaten Konsum, die durch die gesteigerte Unsicherheit in den Energiemärkten erheblich belastet werden könnten. Auch wenn umfangreiche fiskalische Maßnahmen erwogen werden, bleibt abzuwarten, wie effektiv diese sein werden und inwieweit sie die Verluste auffangen können. Die Bundesbank analysiert, dass in einem Szenario ohne Energieimporte aus Russland eine umfassende Rationierung drohen könnte.
Die neuen Regelungen und Pläne der EU reflektieren einen tiefgreifenden Wandel in der europäischen Energiepolitik, der nicht nur die Beziehung zu Russland neu definiert, sondern auch weitreichende wirtschaftliche und soziale Implikationen für die Mitgliedstaaten mit sich bringt.