In einem landwirtschaftlich geprägten Teil von North Carolina, wo der Geruch von gegrilltem Schweinefleisch in der Luft liegt und das politische Gespräch ebenso kräftig wie das Gospel-Material des lokalen Kirchenchores ist, treffen sich Mitglieder der Demokratischen Partei an einem Sonntag, um ihre Strategie für die bevorstehenden Wahlen zu besprechen. An diesem Ort, der stark von afroamerikanischen Wählern dominiert wird, gilt es als unerlässlich, die Stimmen junger und weniger engagierter Wähler zu mobilisieren.
Im Mt. Lebanon AME Zion Church in Elizabeth City kamen Gläubige zusammen, um sich nicht nur auf den Glauben zu besinnen, sondern auch, um das Wort des Reverends Javan Leach zu hören, der eindringlich an die Anwesenden appellierte: „Wenn wir nicht mit unserer Stimme und unserem Körper teilnehmen, ist das wie eine Stimme für die andere Seite.“ Diese traurige Realität wiegt schwer, besonders nach der schmalen Wahl von Joe Biden im Jahr 2020, wo die demokratische Mehrheit im Bezirk Pasquotank nur 62 Stimmen betrug.
Der Kampf um die Wählerstimmen
Pasquotank County ist eine der wenigen Hochburgen der Demokraten in North Carolina, die sich in der Vergangenheit als entscheidend für den Wahlsieg von Barack Obama im Jahr 2008 erwies. Die Stimmen der dort lebenden afroamerikanischen Wähler sind nach wie vor von großer Bedeutung, besonders jetzt, wo die Umfragen eine enge Wahl zwischen Donald Trump und Kamala Harris vorhersagen. Harris‘ Team hat daher eine besondere Strategie entwickelt: Sie wollen in ländliche Gebiete vordringen, in denen die Demokraten traditionell schwächer vertreten sind. Dies geschieht durch das Öffnen neuer Büros in republikanisch geführten Landkreisen wie Onslow.
Der Erfolg in diesen Gebieten ist jedoch alles andere als garantiert. Die Republicans haben das letzte Wort in vielen ländlichen Gemeinschaften und Donald Trump konnte in Onslow County mit 30 Prozentpunkten Vorsprung gewinnen. „Es ist beängstigend, die Türen zu klopfen“, sagt Anderson Clayton, die Vorsitzende der Demokraten in North Carolina. Dennoch ruft sie dazu auf, den Mut nicht zu verlieren und stolz auf die eigene Zugehörigkeit zur Partei zu sein.
Diese Wahlen geraten jedoch in den Hintergrund, nachdem Hurrikan Helene im September ein Land verwüstet hat, in dem viele Wähler bereits mit wirtschaftlichen und sozialen Schwierigkeiten zu kämpfen haben. Die größten Herausforderungen liegen in den logistischen Aspekten des Wählens und der Wählerregistrierung in Gebieten, wo die Infrastruktur wegen des Hurrikans zusammengebrochen ist. In Buncombe County, wo die Stadt Asheville liegt, stehen viele Wähler vor dem Problem, dass sie immer noch ohne Internetzugang, mobile Telefonverbindung oder sauberes Wasser leben.
Die Relevanz der Wählerstimmen
Die bevorstehenden Wahlen haben für beide Parteien eine entscheidende Bedeutung. Die Republikaner erkennen, dass North Carolina eine wichtige Rolle spielen wird, und strategische Stimmen müssen ganz oben auf der Liste stehen, wenn sie den Präsidentschaftssitz zurückerobern wollen. Wie JD Vance, Trumps Running Mate, kürzlich erwähnte: „Es ist sehr schwer für uns zu gewinnen, wenn wir North Carolina nicht für uns entscheiden können.“
Am Abend eines Kampagnenereignisses, als die Sonne hinter den Bäumen unterging, sprach ein 14-Jähriger namens Gavin Rohwedder Clayton an und kündigte an, dass er am Samstag Tür-zu-Tür-Werbung machen wollte. Dies zeigt, dass es zumindest in einigen Ecken durch den Zuspruch neue Freiwillige gibt, die für die Demokraten arbeiten wollen.
Alle Aktivitäten zur Unterstützung der Demokraten und die Mobilisierung der Wähler sind jedoch in einem dynamischen und unsicheren politischen Umfeld erhältlich. Angesichts der unvorhergesehenen Natur der Wahl und den aktuellen Herausforderungen durch die Naturkatastrophe bleibt abzuwarten, wie erfolgreich die Demokraten in North Carolina bei den Wahlen im November sein werden. Einige Wähler haben bereits ihre Bedenken bei der Stimmabgabe geäußert, und während es viel Energie gibt, ist die Unsicherheit über das Wählen je nach persönlicher Ausrichtung und dem Vertrauen in die Kultur der Politik spürbar.
Wie ein Teilnehmer der Gemeinde bekräftigte: „Es mag viele Höhen und Tiefen geben, aber jeder braucht nur jemanden, der sich zeigt.“ Diese Worte erscheinen wichtiger denn je in der bevorstehenden Wahlzeit, da die Wähler aufgefordert werden, sich nach dem Chaos zurückzulehnen, das ihnen der Hurrikan gebracht hat, und ihre Stimme abzugeben. Die Herausforderung wird darin bestehen, die Herzen und Köpfe der Wähler in einem zunehmend polarisierten politischen Klima zu erreichen, in dem die Wahlkommission und die Bürger selbst im Scheinwerferlicht stehen.