Am 10. Februar 2026, um 15:54 Uhr, wurde Slowjansk in der Ostukraine durch einen verheerenden russischen Bombenangriff getroffen. Tragischerweise verloren bei diesem Angriff eine Frau und ihre elfjährige Tochter ihr Leben. Wadym Filaschkin, der Gouverneur des Gebiets Donezk, bestätigte zudem, dass 14 weitere Personen verletzt wurden. In der Schwarzmeerregion Odessa wurde eine Energieanlage durch einen weiteren russischen Angriff erheblich beschädigt, was zu Stromausfällen in mehreren Ortschaften führte.
Slowjansk war vor der Invasion 2022 eine Stadt mit etwa 105.000 Einwohnern und ist Teil des Donbass, eine Region, deren Räumung Russland fordert. Der Konflikt in der Ukraine, der sich seit mehreren Jahren hinzieht, hat mittlerweile die Merkmale eines Abnutzungskriegs angenommen. Die Frontlinie erstreckt sich von der Schwarzmeerküste und Cherson über Donezk und Bachmut bis zur russischen Grenze bei Kupjansk.
Angriffe und Gegenangriffe
Inmitten dieser Eskalation hat die Ukraine Gegenangriffe gestartet. So wurden Ziele im von Russland besetzten Teil des Gebiets Saporischschja angegriffen. Der Generalstab in Kiew meldete Treffer in einem Ort, wo Drohnen produziert und Piloten ausgebildet werden. Auch ein Befehlsstand für den Drohneneinsatz soll getroffen worden sein. Diese Entwicklungen passen in einen größeren Kontext von wiederholten ukrainischen Drohnenangriffen, die von der russischen Besatzungsverwaltung in Saporischschja gemeldet wurden.
In dem Dorf Skelky gab es kürzlich einen Angriff auf eine Trauergesellschaft, bei dem ein Toter und sechs Verletzte zu beklagen sind. Die Folgen des Krieges betreffen nicht nur die Zivilbevölkerung, sondern auch kritische Infrastruktur, was zuletzt bei der Zerstörung einer Hochspannungsleitung deutlich wurde. Diese Leitung versorgte das Kernkraftwerk Saporischschja mit Strom. Die Internationale Atomenergiebehörde (IAEA) wurde über den Vorfall umgehend informiert, da der Vorfall schwere Konsequenzen für die Sicherheit des AKW mit sich bringen könnte.
Stromversorgung des AKW Saporischschja
Die Situation am Atomkraftwerk Saporischschja ist besonders besorgniserregend. Das Kraftwerk ist seit über zehn Tagen ohne externe Stromversorgung, was die Kühlung der heruntergefahrenen Reaktoren gefährdet. Während ukrainische Experten Russland beschuldigen, diese Abkopplung absichtlich herbeigeführt zu haben, gibt es auch Hinweise, dass Russland an einer Stromleitung baut, um das AKW in sein eigenes Stromnetz zu integrieren.
Vielen ist bewusst, dass die Sicherheitslage rund um das AKW ein hohes Risiko für mögliche Atomunfälle birgt, insbesondere durch Beschuss und die Unterbrechung der Stromlinien. Olha Koscharna, eine ukrainische Atomenergie-Expertin, hebt hervor, dass auf dem Gelände 20 Dieselgeneratoren vorhanden sind, von denen derzeit acht in Betrieb sind. Es gibt genügend Diesel, um den Betrieb aufrechtzuerhalten, jedoch bleibt die Gefahr einer zukünftigen Katastrophe weiterhin bestehen.
Zusammengefasst zeigt sich, dass die Lage in der Ukraine zunehmend angespannt bleibt, während die internationale Gemeinschaft weiterhin besorgt auf die Geschehnisse reagiert. Der Konflikt hat nicht nur verheerende menschliche Verluste gefordert, sondern auch eine gefährliche Sicherheitslage geschaffen, insbesondere in Bezug auf die Atomkraftwerke im Kriegsgebiet.