In Florida sorgt eine ungewöhnliche Kältewelle für Aufregung und ein unerwartetes Schauspiel: Grüne Leguane fallen massenhaft von den Bäumen. Diese Tiere, die sich bei Temperaturen zwischen 25 und 28 Grad Celsius wohlfühlen, sind bei den aktuellen frostigen Bedingungen mit Temperaturen knapp über dem Gefrierpunkt in erhebliche Schwierigkeiten geraten. Berichte deuten darauf hin, dass in Städten wie Tampa und St. Petersburg die tiefsten Temperaturen seit 1989 gemessen wurden, bedingt durch eine Kaltfront, die kalte Luft aus Kanada in die Region brachte. Diese extremen Temperaturen beeinflussen die Körperfunktionen der wechselwarmen Leguane und führen dazu, dass viele von ihnen in eine Art Kältestarre verfallen und regungslos von den Bäumen plumpsen, wie exxpress.at berichtet.
Ein norwegischer Auswanderer beobachtete das Phänomen und zählte etwa zehn Leguane, die auf die Straße gefallen waren. Viele dieser Tiere sind jedoch nicht tot, sondern nur „cold stunned“ (kältegeschockt). Fachleute sind optimistisch, dass sich die meisten von ihnen bei ansteigenden Temperaturen erholen können. Auch die Florida Fish and Wildlife Conservation Commission (FWC) hat reagiert und Sammelstellen für die regungslos liegenden Leguane etabliert. Die Behörde weist darauf hin, dass Kälteperioden in der Regel keine dauerhaften Auswirkungen auf die Leguanpopulation haben. In Florida gelten die Grünen Leguane als invasive Art, die gegen Ende der 1960er-Jahre über den Tierhandel eingeführt wurde und mittlerweile die einheimische Flora und Fauna bedroht. Laut welt.de wird die Population der Grünen Leguane in Südflorida auf bis zu eine Million geschätzt.
Kältetote und ihre Beseitigung
Die Kälte hat nicht nur Auswirkungen auf das Wohlbefinden der Leguane, sondern auch auf die menschliche Bevölkerung. Die Wildschutzbehörde hat die Gelegenheit genutzt, um die Leguane in größerem Stil zu beseitigen. Bewohner dürfen die erstarrten Leguane zu den FWC-Standorten bringen, wo diese „auf humane Weise“ getötet oder an lizenzierte Tierhändler außerhalb des Bundesstaates weitergegeben werden. In diesem Zusammenhang wurden bisher über 5.195 Leguane an den Sammelstellen abgegeben. Der Grüne Leguan ist sowohl eine Plage für das lokale Ökosystem als auch eine potenzielle Nahrungsquelle, da er in verschiedenen Kulturen als Essensquelle geschätzt wird.
Die außergewöhnliche Kälte in Florida ist Teil einer größeren Kältewelle, die einen Großteil der USA betrifft. Die Tagesschau berichtet, dass seit dem 24. Jänner über 100 Menschen aufgrund der extremen Temperaturen gestorben sind. In einigen Bundesstaaten wie Tennessee und Mississippi kam es zu weitreichenden Stromausfällen, wobei über 70.000 Haushalte mehr als eine Woche ohne Strom auskommen mussten. Auch in New York City und anderen Bundesstaaten wurden mehrere Kältetote gemeldet, was die Schwere der aktuellen Witterungsverhältnisse unterstreicht. Experten warnen vor der anhaltenden Gefahr durch die extreme Kälte und appellieren an die Bevölkerung, vorsichtig zu sein, während gleichzeitig die Leguan-Population in Florida in den Fokus rückt.