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Die Europäische Industriellenvereinigung hat den Clean Industrial Deal begrüßt, fordert jedoch eine grundlegende Neuausrichtung der Industriepolitik in Europa. Wie IV-Generalsekretär Christoph Neumayer erklärte, sei der Deal ein notwendiger Schritt, um die Wettbewerbsfähigkeit der europäischen Industrie zu stärken. Mit der Antwerpen Deklaration im Rücken, die von führenden Industrievertretern ins Leben gerufen wurde, mahnt Neumayer an, dass die EU konkrete Schritte zur Entrümpelung ihrer Gesetze einleiten müsse. „Die Wettbewerbsfähigkeit Europas hat seit Jahren abgenommen, und ein radikaler Paradigmenwechsel ist unerlässlich“, so seine harten Worte. Der Fokus müsse verstärkt auf der Schaffung eines günstigen Umfelds für europäische Unternehmen liegen, um im globalen Wettbewerb bestehen zu können, wie ots.at berichtete.
In der aktuellen Diskussion über Energiepreise wird deutlich, dass von den neuen Vorschlägen kurzfristige Effekte nicht zu erwarten sind. Neumayer betont, dass die EU-Kommission aktuell vor allem unverbindliche Richtlinien plant, die keine signifikanten Auswirkungen auf die Energiepreise haben werden. Tatsächlich zahlt die Industrie in Europa für Strom und Gas exorbitante Preise, die bis zu fünfmal höher sind als in den USA. Diese dramatische Lage erfordert dringend Maßnahmen, denn die Konkurrenz schläft nicht. Neueste Statistiken, wie sie im Bericht von destatis.de festgehalten werden, zeigen eine konstante Preisanpassung sowohl bei der Erdgas- als auch der Ölversorgung. Neumayer warnt, dass ohne eine Erhöhung des Energieangebots auch in Zukunft hohe Preise an der Tagesordnung bleiben werden.
Der Clean Industrial Deal hat außerdem die Beschleunigung von Genehmigungsverfahren und den Ausbau der Stromnetzinfrastruktur als Schwerpunkte gesetzt. Diese Aspekte könnten langfristig zur Senkung der Energiekosten beitragen, was für die europäische Industrie von entscheidender Bedeutung ist. Der Aufruf zu verstärkten Investitionen in Forschung und Schlüsseltechnologien ist ebenfalls ein zentraler Punkt, um die Position Europas auf dem globalen Markt zu sichern und den Produktionsstandort attraktiv zu halten.
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