Die Ausstellung „Egger-Lienz und der Teufele-Maler“ in der Dolomitenbank-Galerie klang am 9. Jänner 2026 mit einer eindrucksvollen Finissage aus. Diese zeigte nicht nur die Werke des Osttiroler Künstlers Albin Egger-Lienz, sondern beleuchtete auch die Geschichte des Bezirkskriegerdenkmals sowie der Kapelle, die Egger-Lienz in Erinnerung rufen wollte. Der Kunstsachverständige Erich Mair stellte die Ausstellung aus eigenem Besitz zusammen und sorgte für einen bemerkenswerten Überblick über die Exponate, die auch Werke von Josef Manfreda, Hugo Engl und Franz von Defregger umfassten, wie dolomitenstadt.at berichtet.
Insgesamt präsentierte die Ausstellung 73 Exponate, von denen 51 zum Teil nie zuvor gezeigte Bilder von Egger-Lienz waren. Ein besonderes Augenmerk galt dabei dem Werk „Der Auferstandene“, einer Darstellung eines ausgezehrten Christus, die einen Skandal auslöste und ein Interdikt der Kardinäle nach sich zog. Diese und weitere Artefakte machten den Reiz der Ausstellung aus und zogen 2.300 Kunstinteressierte an, darunter schon der tausendste Besucher Mitte Oktober, wie kleinezeitung.at festhält.
Skandale und Wiederentdeckungen
Der Verlauf der Ausstellung war geprägt von einem interessanten Kontext um Eggers Fresken, der zur Wiederentdeckung des Künstlers Karl Untergasser führte, der den Beinamen „Teufelemaler“ trug. Die Geschichte um das Bezirkskriegerdenkmal fand in der Ausstellung auch Platz und wurde humorvoll als „Kirchenkrimi“ präsentiert. Mit der Durchführung von Vorträgen durch den kunsthistorischen Experten Erich Mair, der von den Besuchern mit tosendem Applaus bedacht wurde, wurde der interaktive Charakter der Ausstellung verstärkt. Mair dankte dabei den Partnern und Unterstützern, wie dem TVB-Osttirol und der Dolomitenbank.
Besondere Ehrengäste, darunter Bischof Dr. Hermann Glettler, bereicherten die Eröffnungsveranstaltung, die auf den 100. Jahrestag der Einweihung der Kriegergedächtniskapelle fiel. Dieses Jubiläum wurde mit feierlicher Stimmung, DolomitenBank-Bier und kulinarischen Köstlichkeiten gefeiert. Zudem war ein Originalfilm zur Einweihung der Kapelle von 1925 bis zum 9. Jänner 2026 in der Galerie zu sehen, was dem Zuspruch innerhalb von drei Abenden von rund 300 Kunstinteressierten Rechnung trug.
Finanzielle Unterstützung durch Verlosung
Ein Höhepunkt der Finissage war die Verlosung einer Original-Lithographie, signiert von Egger Lienz, aus dem Jahr 1923, deren Marktwert zwischen 15.000 und 30.000 Euro geschätzt wird. Während der Veranstaltung wurde das Gewinnerlos mit der Nummer 3155 von einem freiwilligen Helfer gezogen. Die Verlosung, die zahlreichen Spenden einbrachte, ergab eine Gesamtspendensumme von 31.470 Euro. Diese Summe wird zu 90 Prozent an den Osttiroler Tierschutzverein und zu 10 Prozent an das Rote Kreuz Osttirol überwiesen, wie dolomitenbank.at berichtet.
Die umfassende Wertschätzung für die ausgestellten Werke und die positive Resonanz auf die Veranstaltung haben die Dolomitenbank in ihrer Entscheidung, solche kulturellen Ereignisse zu fördern, bestärkt. Auch die Teilnehmer waren mit dem Verlauf der Ausstellung und der Finissage durchweg zufrieden und lobten die hohe Organisation und das Engagement des gesamten Teams.