Am Freitag, den 10. Oktober 2025, präsentiert das Urban Forum in Kooperation mit dem Österreichischen Städtebund das Handbuch „Frauengerechte Stadt. Bausteine und Tipps aus der Praxis.“ Die Veranstaltung findet im Wiener Rathauskeller statt und zielt darauf ab, die Interessen aller Stadtbewohner, insbesondere der Schwächeren, besser zu berücksichtigen. Renate Brauner, Präsidentin des Kuratoriums des Urban Forum, wird die Einleitung halten, während Eva Kail, Stadtplanerin und Gender Planning Expertin, die Keynote spricht. In einer anschließenden Podiumsdiskussion werden unter anderem Korinna Schumann, Gesundheits- und Sozialministerin, und Kathrin Gaál, Wiener Vizebürgermeisterin, teilnehmen. Die Moderation übernimmt Amela Bousaki von der AK Wien.

Das Handbuch ist Teil eines größeren Trends, der sich der gendergerechten Stadtplanung widmet, wie auch das Symposium „Frauengerechte Stadtplanung“ in Berlin zeigt. Dabei wird deutlich, dass geschlechtsspezifische Unterschiede im Alltag beachtet werden müssen. Frauen nutzen häufig den öffentlichen Nahverkehr, legen andere Wege zurück und leisten mehr Sorgearbeit. Daher ist es von essenzieller Bedeutung, diese Lebensrealitäten in der Stadtplanung zu berücksichtigen, um die Sicherheit und Teilhabe für alle Menschen zu verbessern, insbesondere in sogenannten Angsträumen wie dunklen Unterführungen.

Herausforderungen und Lösungen in der Stadtplanung

Wien hat sich als Vorreiter für gendergerechte Stadtplanung etabliert. Die Stadt hat zahlreiche Parks, Spielplätze und Wohnquartiere umgestaltet, um mehr Sicherheit und Teilhabe zu bieten. Diese Maßnahmen stehen im Einklang mit dem Ziel, eine inclusive Stadt zu gestalten, die auch den Bedürfnissen von Frauen, älteren Menschen und Personen in Sorgearbeit gerecht wird.

Das Bundesministerium für Wohnen, Stadtentwicklung und Bauwesen (BMWSB) verfolgt ebenfalls das Ziel, gleichberechtigten Zugang zu Ressourcen und Räumen zu schaffen. Dabei wird der Fokus auf eine faire und soziale Stadtentwicklung gelegt, die sowohl ökologischen als auch sozialen Herausforderungen Rechnung trägt. Das BMWSB hat Leitlinien entwickelt, die unter anderem eine starke Repräsentation und inklusive Beteiligung aller gesellschaftlichen Gruppen anstreben.

Strategien für eine Frauengerechte Stadt

Die Umsetzung von gendergerechter Stadtplanung bringt allerdings auch Herausforderungen mit sich. Beispielsweise bestehen Zielkonflikte bei der Veränderung bestehender Strukturen, wie das Anpassen von Parkplätzen oder Fahrspuren. Auch die Notwendigkeit, den öffentlichen Raum sicherer und diskriminierungsfreier zu gestalten, ist ein zentrales Anliegen.

Eine umfassende Betrachtung der Bedürfnisse aller Stadtbewohner ist dabei entscheidend. Die Förderung von Gender Planning als wichtigem Instrument zur Umsetzung der Geschlechtergleichstellung wird zunehmend in den Vordergrund gerückt. Das aktuelle Ziel ist nicht nur die Anpassung bestehender Planungen, sondern auch die Entwicklung strengerer Richtlinien zur Schaffung einer gerechten, gesunden und resilienten Stadt.

Die Herausforderungen im Bereich der gendergerechten Stadtentwicklung zeigen, dass noch viel zu tun bleibt. Die Diskussionen führender Köpfe in den Bereichen Politik, Planung und Verwaltung, wie sie im Handbuch und auf den bevorstehenden Symposien behandelt werden, sind essentielle Schritte zur Realisierung einer Stadt für alle.

Anmeldungen zur Veranstaltung am 10. Oktober können per E-Mail an office@urbanforum.at unter dem Betreff „Frauengerechte Stadt“ gesendet werden.