Im Zentrum einer gerade laufenden Untersuchung steht die Deutsche Bank, da der Verdacht auf Geldwäsche im Raum steht. Ermittler der Staatsanwaltschaft Frankfurt durchsuchten am Mittwoch sowohl die Zentrale in Frankfurt als auch die Niederlassung in Berlin. Dieser Schritt erfolgt vor entscheidenden Tagen für das Finanzinstitut, da Vorstandschef Christian Sewing am Donnerstag die Jahresergebnisse präsentieren wollte, die als die höchsten Gewinne seit Jahren prognostiziert werden. Die bankeigenen Aktien reagierten prompt auf die Nachrichten und fielen um mehr als 3,65 Prozent.
Die Ermittlungen konzentrieren sich auf unbekannte Manager und Mitarbeiter der Deutschen Bank, die möglicherweise gegen ihre Verpflichtung zur sofortigen Meldung verdächtiger Transaktionen verstoßen haben. Es wird insbesondere untersucht, ob auffällige Zahlungen in Zusammenhang mit dem russischen Milliardär Roman Abramowitsch, der seit März 2022 unter EU-Sanktionen steht, zu spät gemeldet wurden. Diese zusätzlichen Maßnahmen werfen ein Licht auf die Fragen der Pflichtverletzungen im Umgang mit kritischen Geldbewegungen und werfen Bedenken bezüglich der Einhaltung von Vorschriften auf.Exxpress berichtet von dem heiklen zeitlichen Kontext, der die Deutsche Bank derzeit unter Druck setzt.
Ermittlungen im Detail
Die Staatsanwaltschaft führt ein Ermittlungsverfahren gegen die Deutsche Bank in Bezug auf mögliche Versäumnisse bei der Geldwäschebekämpfung. Ein Durchsuchungsbeschluss des Amtsgerichts Frankfurt wurde an den Standorten der Bank vollstreckt. Besondere Aufmerksamkeit gilt dabei den Transaktionen, die zwischen 2013 und 2018 abgewickelt wurden. Laut einem weiteren Bericht von Süddeutsche hat die Deutsche Bank wiederholt verspätete Geldwäscheverdachtsmeldungen abgegeben, was zur Verhängung von Geldbußen geführt hat.
Die Generalstaatsanwaltschaft Frankfurt führt zudem Ermittlungen gegen Abramowitsch selbst wegen Verdachts einer Straftat nach dem Außenwirtschaftsgesetz. Hintergrund dieser Untersuchungen ist auch, dass Behörden in Jersey gegen ihn wegen Geldwäscheverdachts ermitteln. Dies stellt die Deutsche Bank vor eine herausfordernde Situation, zumal die neue Chefjustiziarin Simone Kämpfer unter Druck steht, ihre Abteilung für Finanzkriminalität zu reformieren.Süddeutsche hebt hervor, dass in der Vergangenheit bereits Bußgelder in Millionenhöhe verhängt wurden.
Compliance und rechtliche Rahmenbedingungen
Angesichts der aktuellen Situation wird deutlich, dass Banken strengen Anforderungen unterliegen, die im Geldwäschegesetz festgeschrieben sind. Banken müssen gemäß ihrem Risikoprofil entsprechende Risikoanalysen durchführen und sicherstellen, dass alle Sorgfaltspflichten im Hinblick auf Geschäftspartner eigehalten werden. Versäumnisse in diesem Zusammenhang können nicht nur zu Geldbußen führen, sondern auch langfristige Auswirkungen auf das Vertrauen in die Bank haben. KPMG betont die Notwendigkeit, effektive Maßnahmen zur Prävention von Geldwäsche zu implementieren, um derartige Risiken zu vermeiden.
Zusammenfassend lässt sich feststellen, dass die Deutsche Bank in eine kritische Lage geraten ist, in der die Einhaltung von Richtlinien zur Geldwäschebekämpfung und die rechtzeitige Meldung verdächtiger Transaktionen von zentraler Bedeutung sind. Die kommenden Tage werden sowohl für die Bank als auch für die betroffenen Mitarbeiter entscheidend sein.