14-Jährige vor Gericht: Bombendrohung an Schule erschüttert Wels!
Eine 14-Jährige steht in Wels wegen Bombendrohung vor Gericht. Die Anklage könnte bis zu 2,5 Jahre Freiheitsstrafe nach sich ziehen.

14-Jährige vor Gericht: Bombendrohung an Schule erschüttert Wels!
Am Dienstag, dem 9. Dezember 2025, wird ein besonders aufsehenerregender Fall vor dem Jugendgericht in Wels verhandelt. Eine 14-Jährige wird beschuldigt, eine Bombendrohung per E-Mail an ihre Schule im Bezirk Urfahr-Umgebung gesendet zu haben. Dies berichtet 5min.at. Der Vorfall ereignete sich im Mai 2025, als die Angeklagte zusammen mit einer Bekannten ein Schreiben im Namen des „Islamischen Staates“ verfasste, in dem eine Bombenexplosion für den folgenden Tag um 11 Uhr angekündigt wurde.
Die Anklage sieht für die 14-Jährige eine Freiheitsstrafe von bis zu 2,5 Jahren vor. Zudem wird ihr das Verbrechen des Widerstands gegen die Staatsgewalt vorgeworfen, da sie Beamte daran hindern wollte, ihre Aufgaben ordnungsgemäß zu erfüllen. Ihre Bekannte, die anfangs an dem Vorfall beteiligt war, hat sich strafrechtlich zurückgezogen und wird nicht vor Gericht erscheinen.
Hintergründe zu Bombendrohungen
In den letzten Monaten hat Österreich mit einer besorgniserregenden Zunahme von Bombendrohungen an Schulen, Bahnhöfen und anderen öffentlichen Einrichtungen zu kämpfen. Seit Mai 2024 wurden zahlreiche Drohungen ausgesprochen, die teilweise zu großangelegten Polizeieinsätzen und Evakuierungen führten. Ein Schweizer Staatsbürger war zunächst als einziger Verdächtiger identifiziert worden. Doch Ende November 2025 wurden vier teils minderjährige Verdächtige in Deutschland ermittelt, die insgesamt mehr als 300 Drohschreiben in Österreich verschickt haben. Diese Verdächtigen gehören einer sogenannten Swatting-Szene an, die in Online-Foren und Chats organisiert ist und durch falsche Notfälle mediale Aufmerksamkeit anstrebt, wie 5min.at berichtet.
Die Problematik ist nicht nur auf Österreich beschränkt. Auch in Deutschland waren hunderte Schulen von Bombendrohungen betroffen, insbesondere während der Abiturphase. Schüler wurden vorsichtshalber nach Hause geschickt, und etliche Schulen entschieden, den Unterricht ausfallen zu lassen. In Rheinland-Pfalz etwa erhielten mindestens 56 Schulen identische Drohmails, während in Bayern rund 40 Fälle auftraten, überwiegend konzentriert auf Augsburg. Bildungsminister Sven Teuber verurteilte die Drohungen als „abscheuliche Angriffe“ auf Bildungseinrichtungen, wie Euronews berichtet.
Die Ermittler vermuten einen bundesweiten Zusammenhang der Drohungen, insbesondere im Hinblick auf anstehende Prüfungen. In Österreich hat der Verfassungsschutz bereits Maßnahmen ergriffen, um die Situation zu überwachen, ohne dass derzeit verdächtige Gegenstände gefunden wurden. Diese Ereignisse haben nicht nur in der Öffentlichkeit, sondern auch in den Behörden Besorgnis ausgelöst, zumal die gesetzlichen Bestimmungen für Bombendrohungen ernsthafte Strafen vorsehen können.
Die Vorstellung, dass eine Jugendliche für derartige Bedrohungen in Verantwortung gezogen werden kann, wirft zudem Fragen zur Jugendkriminalität und den sozialen Rahmenbedingungen auf, unter denen solche Taten begangen werden. Die Verhandlungen im Fall der 14-Jährigen könnten dabei einen erheblichen Präzedenzfall darstellen und die gesellschaftliche Diskussion über Sicherheit, Bildung und das Verhalten junger Menschen anstoßen.