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Die Stadt Ravensburg plant die Fällung von insgesamt rund 60 Bäumen im Kernstadtgebiet und in der Weststadt. Diese Maßnahme erfolgt aus Gründen der Verkehrssicherheit, wie Schwäbische.de berichtet. Bereits zu Jahresbeginn wurden zwei Spitz-Ahorne in der Schmalegger Straße beim Westfriedhof gefällt, da sie nahezu gänzlich abgestorben waren, einschließlich der Kronen.
Die Stadtverwaltung hebt hervor, dass hohe Erwartungen an die Verkehrssicherheit im Umfeld dieser Bäume bestehen. Viele der betroffenen Bäume sind in unterschiedlichem Alter und leiden häufig unter Sturmschäden aus dem Jahr 2023 sowie Schneebruch aus dem vergangenen Winter. Zudem gibt es bei einigen Bäumen Folgeschäden aus den trockenen Jahren der letzten Zeit. Vor den Fällungen werden alle alternativen Optionen fachlich geprüft. So sind bereits einige Eschen im Locherhofweg aufgrund von Eschentriebsterben und Wurzelschäden gefällt worden. Eine Birke vor dem Spohn-Gymnasium wurde aufgrund von Wurzelfäule beseitigt. In der Kuppelnaustraße mussten Mehlbeeren wegen Kronenschäden und in der Adlerstraße eine Eberesche wegen starkem Stammverfall gefällt werden. Auch vor der Liebfrauenkirche ist eine Rosskastanie wegen starken Pilzbefalls betroffen.
Weitere Fällmaßnahmen aufgrund von Eschentriebsterben
Die Fällungen in Ravensburg stehen im Kontext des Eschentriebsterbens, welches auch in anderen Regionen Deutschlands, wie im Staatswald bei Lindau, schwerwiegende Auswirkungen hat. Baysf.de berichtet, dass der Forstbetrieb Sonthofen zahlreiche kranke Eschen fällen muss, um die Verkehrssicherheit zu gewährleisten. Der Erreger des Eschentriebsterbens, der Pilz Hymenoscyphus pseudoalbidus, hat seit seiner Einführung aus Ostasien im Jahr 2008 auch in Bayern für große Probleme gesorgt.
Der Pilz führt zu Blattverlusten, Welkeerscheinungen, Rindenverfärbungen und dem Absterben der Triebe. Besonders gefährdet sind hierbei jüngere Bäume, die schnell absterben, während ältere Bäume oft einen chronischen Verlauf zeigen. Durch den Verlust an Standfestigkeit fallen befallaene Eschen selbst bei geringen Stürmen um, was eine Gefahr für Straßen und Wege darstellt. Der Forstbetriebsleiter Jann Oetting betont die Wichtigkeit regelmäßiger Kontrollen und dass die Eschen im gesamten Forstbetrieb überwacht werden, um die wertvolle Baumart langfristig erhalten zu können.
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