Ein Hochzeitskorso im Hohenlohekreis, Baden-Württemberg, endete am vergangenen Samstagnachmittag abrupt und führte zu einem Polizeieinsatz. Die Beamten wurden gerufen, nachdem mehrere Fahrzeuge, die Teil des Korso waren, den Gegenverkehr gefährdeten. Nach ersten Berichten waren insgesamt sieben Fahrzeuge auf der Bundesstraße 19 unterwegs und fuhren teilweise in Schlangenlinien, was zu einer gefährlichen Situation für andere Verkehrsteilnehmer führte. Besonders alarmierend war ein Vorfall, bei dem ein Fahrer eine Leuchtfackel zündete und sie auf die Fahrbahn warf, was das Chaos nur verstärkte. Die Polizei schritt ein und stoppte den Korso in Künzelsau.
Bei der Kontrolle der Fahrzeuge und Insassen stellten die Polizisten erhebliche Mängel an einem der Autos fest. Ein besonders kritisches Detail kam ans Licht: Der Bräutigam, der das Hochzeitsauto lenkte, besaß keinen gültigen Führerschein. Die Polizei sucht nun Zeugen und Geschädigte, die durch das Verhalten des Hochzeitskorsos in Gefahr oder behindert wurden.
Rechtliche Rahmenbedingungen eines Hochzeitskorsos
Hochzeitsbräuche bringen oft eine festliche Stimmung mit sich, die sich in loud greetings und Hupkonzerten äußert. Allerdings sind viele dieser Traditionen, wie das zügellose Feiern im Straßenverkehr, juristisch bedenklich. Teilnehmer eines Hochzeits-Autokorsos müssen die Straßenverkehrsordnung einhalten, was oft nicht der Fall ist. Jedes Fahrzeug im Korso ist für sich selbst verantwortlich und muss die geltenden Verkehrszeichen und Vorschriften befolgen. Obwohl theoretisch eine Genehmigung erforderlich wäre, die in der Regel nur unter besonderen Umständen erteilt wird, erfolgt die Teilnahme häufig auf eigene Gefahr, solange keine Gefährdung des Straßenverkehrs vorliegt, wie Hochzeitsflüsterer.de erläutert.
Es gibt jedoch klare Regeln, die auch während eines Hochzeitskorsos beachtet werden müssen. Dazu gehören unter anderem: das Verbot von Handynutzung am Steuer, das Einhalten von roten Ampeln und Vorfahrtregeln sowie die Anschnallpflicht für alle Insassen. Auch die Verwendung von Pyrotechnik, wie das Zünden von Leuchtfackeln, bedarf einer Genehmigung. Bei Verstößen drohen empfindliche Bußgelder, wie auf ACV.de festgehalten.
Gefahren und Toleranz der Polizei
Obwohl die Polizei oft Hochzeitskorsos toleriert, geschieht dies nur, solange keine grobe Gefährdung des Straßenverkehrs vorliegt. Bei Situationen wie in Hohenlohe, wo das Verhalten des Hochzeitszuges gefährlich wurde, schreitet die Polizei ein. Insbesondere die Kombination aus Trunkenheit am Steuer und das Fahren ohne Führerschein stellt eine massive Gefahr für alle Verkehrsteilnehmer dar. Bei solchen Vorfällen können nicht nur Bußgelder, sondern auch strafrechtliche Konsequenzen drohen.
Der Vorfall im Hohenlohekreis dient als eindringliche Erinnerung daran, dass auch festliche Anlässe Verantwortung und Rücksichtnahme auf die Gesetze erfordern. Die Erlaubnis und Sicherheit im Straßenverkehr müssen stets oberste Priorität haben, um tragische Unfälle und rechtliche Konsequenzen zu vermeiden.